lungen im Freigelände und in der Modellsammlung auch einen möglichst geschlosse-nen Überblick über die hauskundliche Fachliteratur zu bieten. In diesem Zusam-menhang richte ich namens des Österreichischen Freilichtmuseums an alle Mitglie-der unseres Vereines für Volkskunde, an alle Leser unserer Zeitschrift sowie an alleAutoren, Verleger und Herausgeber die herzliche Bitte, dem Österreichischen Frei-lichtmuseum in Stübing für die Erfüllung seiner umfangreichen wissenschaftlichenAufgaben insbesondere hauskundliche Arbeiten, laufende Zeitschriften sowie jeg-liche alte und neue Fachliteratur der Hausforschung zur Verfügung zu stellen. Dadie finanziellen Möglichkeiten des von einem Verein( Stiftung) getragenen Freilicht-museums in Stübing äußerst begrenzt sind, wird die Erreichung unseres Zieles nurmit der maßgeblichen Hilfe vieler wohlwollender Helfer und Förderer möglich sein.Jede wissenschaftliche Einrichtung sollte mit ihren erarbeiteten Ergebnissen ver-suchen, auch zur Lösung gegenwärtiger Probleme einen Beitrag zu leisten. DasÖsterreichische Freilichtmuseum will daher im Sinne des Gedankens„ Vergangen-heit im Dienste der Gegenwart" seine Erfahrungen im Umgang mit historischer Bau-substanz für das zeitgenössische Bauschaffen nutzbar machen. Dabei sollen aller-dings die historischen Bauten des Freilichtmuseums keinesfalls über einen billigenHistorismus zur Imitation der alten Bauwerke verleiten, sondern zur Innovation aufhistorischer Basis ermutigen. Diese historische Basis, beginnend bei naturhaftenBaumaterialien, wie Holz, Stein und Ziegel, über die menschengerechte Maßstäb-lichkeit sowie gute Raum- und Formgefüge, kann im Freilichtmuseum in der histo-rischen Realität studiert werden und auf diese Weise im Sinne einer organischenBauevolution unter den Bedingungen und Möglichkeiten unserer Zeit in das gutezeitgenössische Bauschaffen eingebracht werden. Material, Funktion, Konstruktionund Formbezug sind dem historischen Bauernhaus in vollkommener Weise imma-nent und sind daher bei entsprechendem Verständnis durch architektonisches schöp-ferisches Können umsetzbar. Das Österreichische Freilichtmuseum hat in langjähri-ger Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Graz Lehrveranstaltungen fürArchitekturstudenten in sein Jahresprogramm aufgenommen. Überdies wird inenger Zusammenarbeit mit allen Stellen und Vereinigungen, die sich um die Bewah-rung des guten alten Baubestandes und um die Gestaltung guter Neubauten bemü-hen, beratende Hilfe angeboten. Mit dem neuen Forschungszentrum und Ausstel-lungsgebäude, in dem jährlich einschlägige Ausstellungen zum Thema„ Bauen“ zusehen sind, will das Österreichische Freilichtmuseum seine wissenschaftlichen undedukativen Aufgaben für Lehre und Forschung sowie für breite Bevölkerungskreisein verstärktem Maße wahrnehmen.
Viktor Herbert Pöttler
,, Handwerkskunst in Eisen"
Sonderausstellung des Österreichischen Museums für Volkskunde in derAußenstelle Schloßmuseum Gobelsburg
Die diesjährige Sonderausstellung des Österreichischen Museums für Volkskundeim Schloß Gobelsburg steht unter dem Thema„ Handwerkskunst in Eisen". Im Zugeder Neugestaltung der Depots des Österreichischen Museums für Volkskundekonnte nun ein erster Teil der Eisenobjekte bearbeitet und restauriert und für dieSonderausstellung bereitgestellt werden. Eine Vielfalt von Sachgruppen ange-
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