Jahrgang 
89 (1986) / N.S. 40
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F. Müller, J. Hintz) bekannt machen und die Aufmerksamkeit des Lesers auch aufdie in rumänischer Beziehung geleistete Arbeit der sächsischen Forscher lenken.Mehrere wertvolle Abhandlungen publizierte in den Bänden der hervorragendesiebenbürgisch- ungarische Folklorist J. Faragó über die Beziehungen der rumäni-schen und ungarischen Balladen sowie über die rumänische Folklore- Sammlungungarischer Forscher. Es sei lediglich angedeutet, daß sich mehrere Autoren( O. Bîrlea, I. Almási, I. Szenik, I. T. Florea) mit der Tätigkeit von Z. Kodály undB. Bartók im Bereich der Musikfolklore befassen.

Für das vorzüglich redigierte Jahrbuch möchte ich an dieser Stelle im Namen derin europäischem Geiste arbeitenden und auch die Kultur des eigenen Volkes hoch-schätzenden Volkslebenforscher Dank sagen. Es freut uns, daß Ion Taloş im Jahr-buch für die verschiedenen folkloristischen Bestrebungen Platz findet, und wir wün-schen ihm, daß die nächsten Bände baldmöglichst erscheinen. Schon mit den bishererschienenen Bänden haben Ion Taloş und seine Mitarbeiter nicht nur die rumäni-sche, sondern auch die deutsche und ungarische Folklore bereichert, und die rumäni-schen Volksüberlieferungen Europa näher gebracht- so wie es in früheren ZeitenR. Vuia, I. Muşlea, T. Papahagi, A. Gorovei und andere getan hatten.

Béla Gunda

Karl Manherz, A magyarországi német nemzetiség néprajzáról( ZurVolkskunde der Deutschen in Ungarn). Budapest, Verlag Populärwissenschaftli-che Gesellschaft, 1982, 141 Seiten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dem Deutschtum auch in Ungarn ein gar har-tes Los zuteil. Auch die volkskundlichen Forschungen konnten erst langsam inAngriff genommen werden. Heute können wir allerdings schon von beachtlichenErgebnissen berichten. Zu den Ergebnissen zählt auch das Buch von Karl Manherz,der die in Ungarn betriebenen Forschungen der ungarndeutschen Volkskunde vomAnfang des 19. Jahrhunderts an schildert. Wichtige Meilensteine auf diesem Wegewaren z. B. das Buch von J. Melczer, Der ungarische Zipser Sachse in seiner wahrenGestalt( 1806), oder später die Studie von K. J. Schröer, Beytrag zur deutschenMythologie und Sittenkunde aus dem Volksleben der Deutschen in Ungarn( 1857).

Die Forschung der deutschen Volkskunde und Mundart in Ungarn hat gar vielesder richtungsweisenden Tätigkeit der Professoren G. Petz, J. Bleyer, E. Schwarzund H. Schmidt zu verdanken. Aus ihrer Schule kamen bemerkenswerte Monogra-phien über Bräuche und Siedlungen hervor. Die wichtigsten Quellen der ungarn-deutschen Volkskunde sind nach wie vor die Zeitschriften Deutsch- ungarische Hei-matblätter, Neue Heimatblätter und Deutsche Forschungen in Ungarn. DerSchluẞband der letzteren( Jg. 8, Heft 2-4, 1943) konnte erst durch das eifrige Zutunvon A. Tafferner im Jahre 1980 erscheinen. Angemessen und inhaltsvoll bewertetK. Manherz u. a. die Tätigkeit von A. Tafferner, J. Weidlein, E. Schwarz, E. Fél,J. Bonomi, A. Varga, K. Vargha und anderer. Auch die ungarländischen Aktivitä-ten einiger österreichischer Forscher vergaß er nicht zu würdigen( K. Haiding,E. Zenker- Starzacher u. a.). An dieser Stelle sei erwähnt, daß wir nach 1945 dieersten Schritte zur volkskundlichen Erforschung der Ungarndeutschen in Debrecenunternommen haben( vgl. die kurze Abhandlung des Rezensenten: Beiträge zurVolkskunde der Donauschwaben, Österreichische Zeitschrift für Volkskunde,

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