haftes Mysterium, welches ihm letztendlich erlaubt, über sein eigenes Schicksal zutriumphieren... er hat also selbst dem Absurden einen Sinne gegeben."( Aus,, Zalmoxis", S. 265.).
In Wissenschaft und Märchen“(„ Wege der Märchenforschung", Darmstadt1973, S. 311-319) geht es Eliade um den Konturverlust mythischer Figuren undMotive und um den Verfall des Sakralen im Märchen. Mit„ Mythen, Träume undMysterien“( Salzburg 1961) gibt er eine Darstellung des Mythos:„ Ein Mythoserzählt immer, daß etwas wirklich geschehen ist, daß ein Ereignis im strengen Wort-sinn stattgefunden hat... Schon die Tatsachen des Sagens, was geschehen ist,offenbart, wie das in Rede stehende Dasein verwirklicht wurde( und dieses Wie stehtebenso für das Warum)"( Mythen, S. 11).
Schon ein Blick in das Sachregister von„, Das Heilige und das Profane“( Hamburg1957) erschließt die Vielseitigkeit der von Eliade aufgegriffenen Themen und Pro-bleme, die volkskundliche Fragen tangieren.
Endlich noch ein Wort zur erzählenden Prosa unseres Rumänen: Manche der gro-Ben Menschheitsmythen werden hier aufgegriffen und in eine moderne Welt einge-ordnet. Die phantastischen Elemente dienen dabei nicht einer gekünstelten Span-nung, sie lassen vielmehr in archetypischen Gestalten die Begegnung von Innenweltund Außenwelt sichtbar werden. Die Phänomene der Zeit und des Raumes werdenaus ihrer Begrenzung gelöst und in einer traumhaften Atmosphäre zu einer eigenenund eigenartigen Wirklichkeit gebracht.
Hans Peter Dürr hat in je einem Band von„ suhrkamp taschenbuch" und,, Taschenbücher Syndikat" Aufsätze zu Mircea Eliade gesammelt und herausgege-ben. Die Diskussionen zum Werk von Eliade werden sicherlich so schnell nicht ver-stummen.
Bericht über die Feldforschungsreise Mai 1986
Felix Karlinger
in die Autonome Region Kosovo, SFR Jugoslawien
Nach erfolgter Ankunft in Prishtina suchten wir das Institut für Albanologie derUniversität Prishtina auf, wo wir vom Leiter des Instituts und seinen Mitarbeitern zueinem Gespräch empfangen wurden, in dessen Verlauf die Möglichkeiten für künf-tige Sammelreisen erörtert wurden, welche allerdings etwa ein Jahr der Planung undder Vorlage eines detaillierten Sammel- und Forschungsprogramms erfordern wür-den. Die Notwendigkeit einer solchen Vorgangsweise wurde auch durch den darauf-folgenden Besuch beim Leiter des Komitees für Beziehungen mit dem Auslandbekräftigt.
In der Universitätsbuchhandlung bot sich die Gelegenheit zum Erwerb wichtigervolkskundlicher Literatur für das Ethnographische Museum.
Entsprechend dem Forschungsziel wurde mit der Untersuchung des Basarviertelsvon Prishtina und des Wochenmarktes begonnen, wo ein erster Überblick über dieangebotenen Waren und die praktizierten Handwerke gewonnen wurde und einigeObjekte erworben werden konnten.
Eine Exkursion nach Fushë Kosove- Kosovo Polje( Amselfeld) zur Tyrbe desSultans Murad erbrachte durch ein Gespräch mit der dort anwesenden zuständigen
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