Jahrgang 
89 (1986) / N.S. 40
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Abschließend bemerkt Köpke dazu( S. 215):

Es zeigt sich, daß bereits in der römischen Zeit die Typen und Gestaltungs-merkmale der heutigen Öfen in Grundzügen entwickelt waren. Zwar war dieheutige Variationsbreite der spanischen Öfen nicht erreicht, doch im Ansatzebenfalls bereits vorhanden. Größere Unterschiede lassen sich nur in der Bau-weise der Tenne erkennen."

Öfen mit untergebauter und vorgebauter Feuerungskammer sind seit der iberi-schen Zeit belegt. In arabisch- maurischer Zeit kommt als Neuerung lediglich dieVerwendung einer Kuppeltenne und einer Bank in der Verbindungskammer zurAufnahme von zusätzlichem Brenngut hinzu. Insgesamt ist der maurische Einflußauf die Gestaltung der Öfen als extrem gering anzusehen.

Dieses Ergebnis ist besonders interessant, zumal in der bisherigen Fachliteraturund unter den heutigen Töpfern selbst die Überzeugung gerade der maurischen Her-kunft der komplexeren Ofentypen weit verbreitet war und ist.

Abschließend bleibt anzumerken, daß diese Dissertation sowohl in Fachkreisengroße Beachtung verdient als auch wegen der einführenden Kapitel in den jeweiligenForschungsstand der behandelten Länder und auf Grund des umfangreichen Litera-turverzeichnisses( insgesamt 308 Titel) für Anfänger der Materie geeignet erscheint.Bleibt zu hoffen, daß die Ergebnisse dieser summa cum laude"-Arbeit auch in Spa-nien selbst und den angrenzenden Ländern angemessen aufgenommen werden.

Rüdiger Vossen

Béla Gunda( edit.), The Fishing Culture Of The World. Studies in ethno-logy, cultural ecology and folklore. Budapest, Akadémiai Kiadó, 1984, 2 Bde.Das zweibändige Sammelwerk, The Fishing Culture Of The World" ist als Weiter-führung der umfangreichen Grundlagenforschungen ungarischer Ethnologen zu denkomplexen Themenbereichen Glaubenswelt und Folklore der sibirischen Völker"( 1963), Viehzucht und Hirtenleben in Ostmitteleuropa( 1971) und Getreide-anbau in Ost- und Mitteleuropa"( 1972) gedacht. Die nunmehr vorliegende Arbeitüber die weltweite kulturelle Bedeutung der Fischerei wurde von der UngarischenAkademie der Wissenschaften, in deren Verlag sie auch erschienen ist, gefördert.Dies erklärt sich nicht zuletzt aus der Tatsache, daß die Fischereiforschung durch dieungarischen Forscher O. Hermán, B. Munkásci und J. Jánko schon früh wesentlicheImpulse erfahren hat. Die mit vielen sehr anschaulichen Skizzen, Tabellen undSchwarzweißabbildungen ausgestattete 1253 Seiten umfassende Publikation ist Hol-ger Rasmussen, dem Direktor des Dansk Folkemuseum" in Kopenhagen, zugeeig-net, dessen Arbeiten zur Fischereiforschung bedeutend sind- Béla Gunda hebt vorallem jene 500 Seiten starke Studie über die Fischerei im Lime- Fjord hervor( Lim-fjords- fiskeriet før 1825. Saedvane og centraldirigering. Kopenhagen 1968), in derder dänische Wissenschafter traditionelle und moderne Fangmethoden vor ihremsozioökonomischen Hintergrund nachzeichnet und auch hinsichtlich der Anwen-dung moderner ethnologischer Methoden beispielgebend ist.

Während die großteils in englischer Sprache abgefaßten Aufsätze des ersten Ban-des der vorliegenden Themenmonographie geographisch vor allem dem europäi-schen Kontinent zugeordnet sind, befassen sich jene des zweiten Bandes mit der

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