zusammen hat er neben vielem anderen( etwa auch in Oberösterreich) gegen 30 Süd-tiroler Städel mit Datierungen zwischen 1619 und 1878 aufgenommen und vermes-sen. Dabei ging es ihm, ähnlich wie im südwestlichen Raum, um die Abklärung derEntwicklungen im Ständerbau an Bauwerken, die man bisher vornehmlich nurwegen ihrer auffallenden strohgedeckten Steildächer in einem ausgeprägten Gebietflachgeneigter Pfettendächer herausgehoben hat. Ich freue mich indessen wirklich,daß wenigstens jetzt und, gerade recht zur Vollendung des 70ers von GerhardEitzen, dieses keineswegs nebenbei gelaufene und bedeutende Forschungsprojekt,das er vom Jahre 1957 bis gegen 1968 mit mir zusammen mit großem Interesse betrie-ben hatte, in einer eigenen Darstellung zusammenfassend und mit den wichtigstenArbeitsergebnissen sowie mit Heranziehung etlicher Aufmaße von G. Eitzen vonmir fertiggestellt werden konnte. Das meiste von Eitzen erarbeitete Material ausSüdtirol und Österreich mußte ja, scheints, leider in seinen Skizzenbüchern und Auf-maẞheften unausgearbeitet liegenbleiben. Einiges soll nun so hoffen wir wenig-stens- rechtzeitig und, nach meinen eigenen Aufnahmen ergänzt, als ein weitererBeitrag Gerhard Eitzens zur Hausforschung im Bereich der Alpenländer erscheinen.Zugleich aber werden dann auch die vier Aufmaßbeispiele im vorliegenden Bandüber die„, Bauernhäuser aus Mitteleuropa" an ihren richtigen Ort im SüdtirolerPustertal eingerückt und, im Sinne Eitzens auch genauer geschrieben, nach ihrerbaugeschichtlichen Bedeutung zugewiesen werden.
Oskar Moser
-
Erich Kulke, Bäuerliches Bauen im Hannoverschen Wendland von1650-1850: Bestand- Gefährdung Umnutzung. Herausgegeben in derSchriftenreihe des Vereins zur Erhaltung von Rundlingen im HannoverschenWendland( Uelzen 1984). 84 Seiten mit zahlreichen Kartenskizzen, Aufriẞplänen
und Fotos.
Das Hannoversche Wendland ist der östlichste Zipfel des Landes Niedersachsenunmittelbar an der Elbe. Es bietet mit seinen überlieferten Dorfformen, dem soge-nannten Rundling, und dem Straßendorf, und mit den darin entwickelten Hausbau-ten des niederdeutschen Hallenhauses das Kerngebiet einer besonderen bäuerlichenBaukultur. Diese kann sich im übrigen mit den weitaus bekannteren und durch einegrößere Forschungsintensität herausragenden Hauslandschaften allein im nieder-deutschen Sprachraum durchaus messen. In jüngerer Zeit hat sich dieser Landschaftder Rundlingsdörfer ein eigener Verein mit bemerkenswerten und erfolgreichenAktivitäten angenommen, der sich deren zeitgemäße Erhaltung und baupflegerischeBetreuung zum Ziel gesetzt hat. Die vorliegende Veröffentlichung ist vor allem alsBilddokumentation gedacht, die diesen Zielen dienen soll. Sie scheint mir jedochdurch ihre siedlungskundlichen und baugeschichtlichen Zusammenfassungen undDarstellungen die wenigen bisherigen Untersuchungen dieser Hauslandschaft vonGerhard Eitzen, Carl Ingwer Johannsen und die siedlungsgeschichtlichen Arbeitenvon W. Schulz, W. Meibeyer, A. Krenzlin und P.-F. Miest vortrefflich zu ergänzen,zumal hier durchaus sinngemäß nach Anschlüssen im ländlichen Hausbau an dasLeben der Gegenwart und der Zukunft gefragt wird und sinngemäß ,, das Wohnenheute in Gebäuden von gestern“ mit mehrfachen Beispielen zur Diskussion steht.Wer sich mit diesen eigenartigen Rundlingsdörfern und ihrer Entstehung undgeschlossenen Verbauung beschäftigt, von denen F. Kulke rund 120 neben
178