Jahrgang 
89 (1986) / N.S. 40
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daß man ihn auch jenseits der Grenzen seines Vaterlandes möglichst gründlich ken-nenlernt. Jetzt ist Europa an der Reihe, damit der nächste Band hier, in deutscherSprache, erscheint.

Béla Gunda

Jerzy Czajkowski u. a.( Hgg.), acta scansenologica, Tom 3. Sanok, Muzeumbudownictwa ludowego w Sanoku 1985, 384 pp. illustriert.

Dieser dritte stattliche Band zum internationalen Freilichtmuseumswesen ist wie-der vor allem von Jerzy Czajkowski( Sanok) betreut und gefördert worden und bietetwie bisher nützliche Einblicke in die fast stürmische Entwicklung dieser Museums-sparte. Ihre Hauptvertreter können nunmehr auf 25 Jahre Museumsarbeit seit derGenfer ICOM- Deklaration von 1956 und auf 10 Jahre des Bestehens und Wirkensdes Verbandes der Europäischen Freilichtmuseen zurückblicken. Ihr langjährigerVorsitzender Adelhard Zippelius nimmt denn auch diesen Anlaß wahr zu dem, Ver-such einer Bilanz über diese ersten Reglementierungsbemühungen durch die Gene-ralkonferenz der ICOM von Kopenhagen/ Stockholm, stellt jedoch fest, sie wärenfür heutige Erfahrungen noch zu allgemein und weit gefaßt worden, sie seien aberdennoch für den Anfang in vieler Hinsicht eine wertvolle und nützliche Hilfe gewe-sen. Er schlägt zugleich eine Reihe von Präzisierungen und Ergänzungen vor, diesich heute durch gewisse Schwerpunktverschiebungen in den Aufgaben und durchmancherlei Erfahrungen und neue Formen und Varianten solcher Museumsinstitu-tionen ergeben. J. Czajkowski gibt sodann einen Bericht über die zehnjährige undin vielem ungemein erfolgreiche und nützliche praktische Tätigkeit des genanntenVerbandes, der 1966( übrigens auch im Beisein des Referenten) im belgischen Frei-lichtmuseum Bokrijk ins Leben gerufen wurde und der allein durch den internatio-nalen Erfahrungsaustausch und die Kontakte auf seinen Jahrestagungen für die Frei-lichtmuseen in Europa eine wichtige Rolle spielt.

Mit einem sehr ausführlichen Beitragsteil und einem neu eingeführten Berichts-und Chronik- Teil geben diese ,, acta also Einblick in die Entwicklung des inzwischennoch immer expandierenden Freilichtmuseumswesens in Europa. Eine Reihe neuerPlanungen und Einrichtungen zu dieser Sparte werden vorgestellt. So berichtet etwaJudit Knezy( Budapest) mit sehr genauen Objektbeschreibungen über das jüngste,kleine ethnographische Freilichtmuseum von Szenna( Kom. Somogy) in Südwest-ungarn; R. Findrik stellt einen solchen im Aufbau befindlichen Museumsplan fürSüdwestserbien bei Zlatibor vor; ausführlich wird neuerlich über zwei große Frei-lichtmuseen in der Sowjetunion berichtet: A. N. Dawydow gibt eine Übersicht überdas 78 ha große Museum für Volksarchitektur bei Archangelsk mit seinen zwar rela-tiv jungen, aber doch sehr charakteristischen Beständen an nordeuropäischen Block-bauten( 12 Fotos) und S. Sergajew befaßt sich mit dem Projekt des BelorussischenVolksbaumuseums, das ländliche Bauten aus über sechs Regionen( vom weißrussi-schen Seendistrikt bis West- Polesien) zu Baugruppen zusammenfassen soll. Beson-ders hervorzuheben sind ferner ein zusammenfassender Übersichtsartikel über dieKonzeption der sogenannten Ecomusées in Frankreich mit ihren völlig neuartigenOrganisationsstrukturen von W. von Hinten( Würzburg, BRD), Berichte über dieFreilichtmuseen Bulgariens und in Polen sowie über zwei derartige nordamerikani-sche Institutionen, nämlich das Greenfield Village bei Detroit( USA) und das Upper Canada Village östlich von Morrisburg. Eine ganze Reihe von Spezial-

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