Jahrgang 
89 (1986) / N.S. 40
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1886, die Serbische Akademie der Wissenschaften hervorgehen sollte, veranstaltetediese SANU im November 1985 zu Belgrad eine ebenso hervorragend vorbereitetewie zeitpünktlich durchgeführte und aus vielen europäischen Ländern( YU, A,BRD, DDR, CH, GR, I) beschickte Fachkonferenz zur Erforschung von Leben,Leistungen und Fernwirkungen beider Brüder Grimm, jenes von Jacob im be-sonderen. Die Tagung war angeregt vom bedeutendsten Grimm- Forscher des Lan-des, dem em. o. Univ.- Prof. für Germanistik an der Universität Belgrad, MiljanMojašević, dem Verfasser eines monumentalen einschlägigen Werkes¹), aberauch vieler Grimm- Studien in deutscher Sprache. 2) Sie wurde umsichtig gelenkt vomSprachwissenschafter der Universität Belgrad, Akademik Pavle Ivić, auf hohemNiveau von ihm durchgezogen. Insgesamt aber stand diese Tagung, für die nichtweniger als 44 Vorträge und Referate im Programm angekündigt waren, die bis aufwenige auch im Plenum wie in zwei Sektionen zumeist in deutscher, jedoch auch( sowie die Diskussionen) in serbokroatischer und in slowenischer Sprache gehalten wur-den, deutlich unter jenem guten Stern, den die( übrigens durch Jahrzehnte stagnie-rende) bundesdeutsche Grimm- Forschung in ihrem heute achtzigjährigen Altmei-ster Dr. Dr. h. c. Ludwig Denecke, Kassel, mit seiner bewundernswerten geisti-gen Regsamkeit und einer überragenden Erkenntnis- und Wissensfülle voranleuch-ten lassen konnte( Einleitungsvortrag über Leistungen und Aufgaben der Grimm-Forschung"; Abendvortrag Die Geltung der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm in200 Jahren; zahlreiche Diskussionsbeiträge und dankbar von der internationalzusammengekommenen Gelehrtenwelt aufgenommene Schlußworte über neue,fast europaweit drängende Erfordernisse der volkskundlich-, literarhistorisch-, kul-tur- und politgeschichtlichen Grimm- Forschung).

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Wie selbstverständlich nicht anders zu erwarten, wurde in vielen Referaten derOst- und Südostwirkung Jacob Grimms( Leopold Kretzenbacher, J. G.s, Deutsche Mythologie', 1835, und ihre geschichtliche Wirkung") und seiner frühenund für ihn wie so viele Gelehrte aus dem SO so bedeutsamen Begegnungen gedacht.Sie wurden übrigens auf dem Wiener Kongreß 1814/15 durch den Slowenen Jernej(= Bartholomaeus) Kopitar( 1750-1844), damals Slavica- Zensor zu Wien, in dieWege geleitet. Im Mittelpunkt stand und bleibt für immer die für die serbische Kul-turgeschichte( und für die einst politisch überaus brisante und wirkungssichere,, groẞserbische Ideologie") überragende Gestalt des Sprachwissenschafters, Literar-historikers, des Volks- Kundigen" im besten Wortsinne und nach schwerenKämpfen gegen große Gegnerschaft zumal auch in der kirchlichen Orthodoxie-obsiegenden Durchsetzers einer neuen serbokroatischen Schriftsprache und Ortho-graphie Vuk Stefanović Karadžić( Tržić 1787- Wien 1864).³) Um seinetwillenund für die durch Vuk eröffneten Einblicksmöglichkeiten in die für die Verglei-chende Sprachwissenschaft und zumal die Epenforschung im Vergleich zu Homer,zum deutschen Epenerbe des Mittelalters, zu jenem der Finnen eben mit der unmit-telbar lebendigen serbisch- kroatischen, die Muslimanen einschließenden Helden-epik( junačke pesmi), dazu auch der vordem kaum beachteten Frauen- Epik", hatteJacob Grimm, der so überaus Sprachenbegabte, das Serbische so wie nachmals vieledurch ihn wieder Angeregte, darunter Leopold Ranke( 1795-1886), erlernt bis zujenem Grade, der ihm unmittelbare Einsicht schenkte und zu vielen Übersetzungenaus dem Serbischen Anlaß gab. So hat Jacob Grimm Vuks Kleine serbische Gram-matik" ins Deutsche übersetzt und 1824 mit erstaunlich vielen kritischen Bemer-kungen versehen( Leipzig- Berlin bei G. Reimer) herausgegeben. Jacob Grimms

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