eingeleiteten Kontakte zwischen Wissenschaft und Rundfunk weiterhin genutzt undin dieser anregenden Art fortgeführt werden. Ihre Bewährung und Nützlichkeit ste-hen ja seit langem außer Frage.
Oskar Moser
Zweites Symposion zur Volkserzählung auf der Brunnenburg
In der Zeit vom 24. bis 26. Oktober 1985 fand auf der Brunnenburg bei Meran das,, Zweite Symposion zur Volkserzählung" statt. Zu dieser vom Institut für Volks-kunde( Europäische Ethnologie) der Universität Innsbruck unter Vorstand Univ.-Prof. Dr. Leander Petzoldt veranstalteten und vom Arbeitskreis Brunnenburg( Dr. Siegfried de Rachewiltz) ausgerichteten Arbeitstagung waren Erzählforscheraus Österreich, Italien, der BRD und der Schweiz eingeladen. In elf Referatenwurde vor allem auf die Probleme der Erzählforschung heute und auf methodischeAnsätze zur Erhebung, Analyse und Interpretation von Erzählstoffen und-formender Gegenwart eingegangen.
In seinem Eröffnungsvortrag„ Bilder und Geschichten. Zur Ikonographie derVolkserzählung" ging Leander Petzoldt( Innsbruck) auf ikonographische Quellenund Darstellungen von Erzählstoffen und dabei speziell auf die Frage, wann und wobestimmte Themen durch bestimmte Motive sichtbar gemacht werden, ein. Die Aus-führungen wurden durch umfangreiches Bildmaterial belegt.
Károly Gaál( Wien) gab in„, Erzählforschung live- Zur Erforschung der Kommu-nikationskultur in der Gegenwart" einen Bericht über seine Erfahrungen undMethoden bei der Aufnahme volkstümlichen Erzählguts in Ostösterreich( Burgen-land), wobei er vor allem auf das Problem der Mehrsprachigkeit innerhalb eines Kul-turkreises einging.
Helmut Fischer( Essen) ging in seinem Referat„ Alltägliches Erzählen heutezum Problem der Texterhebung und Textverarbeitung" besonders auf Möglichkei-ten und Verfahren der Erhebung von Erzähltexten bezogen auf die damit verbunde-nen Ziele, Gegenstandsbereiche, die Rolle des Forschers, Erzählers, Erzählart und-zeit sowie auf Möglichkeiten und Verfahren der Verarbeitung bezogen auf Ver-schriftlichung mündlicher Texte und der Textauswertung ein.
Die Problematik der Texterhebung behandelte auch Benedikt Erhard( Innsbruck)mit dem Thema„ Alltagserzählung und Wissenschaft. Methodische Probleme derInterviewforschung", wobei er besonders Fragen der Gesprächsführung und Schwie-rigkeiten bei Erfragung und Aufnahme mündlicher Erzählstoffe aufzeigte.
Gotthilf Isler( Küsnacht) betrachtete in„ Lumen Naturae. Zum, Wissen' vonNaturwesen in den Sagen des Alpengebietes" Erzählstoffe, die übernatürlicheWesen beinhalten, von der psychologischen Seite, um Inhalte des kollektiven Unbe-wußten, die in solchen Motiven ihren Ausdruck finden, darzustellen.
Oskar Moser( Graz) brachte mit dem Thema„, Margarethe Maultasch in den SagenKärntens“ einen Vergleich der festgestellten Maultaschsagen und richtete seinenBlick vor allem auf den Ursprung und die Entwicklung der schriftlichen Über-lieferung wie auch auf den historischen Hintergrund, auf den die Sagen Bezugnehmen.
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