Jahrgang 
89 (1986) / N.S. 40
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fand. Dies in jener Erwartung, daß sie, gleichviel in welcher Art auch immer, etwas,, für diese Steiermark und ihre Menschen" zustande brächte. Wer will schon dasWesen und das Wirken einer großen Persönlichkeit für sich allein und nur für seineeigenen Idealvorstellungen in Anspruch nehmen? Der Reichtum des von H. K. analle Geschenkten ist groß, vor allem auch der für die Wissenschaft vom Volke.Leopold Kretzenbacher

Karl Haiding

Am 3. Juli 1906 in Wien geboren, ist Honorarprofessor Dr. Kari Haiding am20. März 1985 nach kurzem schwerem Leiden verstorben. Nach seinem Studium derVolkskunde, Völkerkunde und Urgeschichte an der Universität Wien widmete ersich seit 1937 dem Aufbau und der Leitung der Mittelstelle für Spielforschung derArbeitsgemeinschaft für deutsche Volkskunde, aus der sich die ForschungsstelleSpiel und Spruch entwickelte. Seit 1939 im Militärdienst, wurde er jedoch 1941 ausgesundheitlichen Gründen freigestellt und mit dem Aufbau und der Leitung einesInstituts für deutsche Volkskunde beauftragt. Erst zehn Jahre nach Kriegsendekonnte er seine volkskundliche Arbeit wieder fortsetzen und begann mit der Errich-tung und dem Ausbau des Heimatmuseums Trautenfels, das auf Grund seines wert-vollen Bestandes zu einer Abteilung des Landesmuseums Joanneum geworden ist.Verdient machte sich Haiding um die Aufsammlung und Aufzeichnung von Volkser-zählungen, aber auch um die Erforschung der Sachkultur im Bezirk Liezen. 1967erhielt er einen Lehrauftrag für Volkserzählung und Volksspiel an der UniversitätGraz, die ihn auch 1971 zum Honorarprofessor ernannte. Daneben wirkte Haidingseit 1959 als Archivpfleger des Landes Steiermark, war Mitglied verschiedener wis-senschaftlicher Gesellschaften und Kommissionen und wurde mehrfach ausgezeich-net, darunter 1979 mit der Michael- Haberlandt- Medaille des Vereines für Volks-kunde in Wien. Eine ausführliche Würdigung des wissenschaftlichen Werkes vonKarl Haiding findet sich in der Festschrift anläßlich seines 75. Geburtstages von SeppWalter und Volker Hänsel( Volker Hänsel, Sepp Walter( Hgg.), Volkskundlichesaus dem steirischen Ennsbereich. Schriftenreihe des Landschaftsmuseums SchloßTrautenfels am Steiermärkischen Landesmuseum Joanneum, Bd. 1. Liezen 1981).Klaus Beitl

Hohe Auszeichnung für Sepp Walter

Am 20. Dezember 1985 überreichte Landeshauptmann Josef Krainer im WeißenSaal der Grazer Burg zahlreichen um die Steiermark verdienten Persönlichkeitenhohe Auszeichnungen. Dabei wurde das Große Goldene Ehrenzeichen des LandesSteiermark an den langjährigen Leiter des Steirischen Volkskundemuseums in Graz,Kustos 1. Klasse Dr. phil. Sepp Walter, verliehen. Dr. Walter hatte sich nicht nurum die volkskundliche Forschung in der Steiermark verdient gemacht. Er war undist zeitlebens ein begeisterter und erfolgreicher Fotograf und hat in der Steiermarkvor allem im Rahmen der Volksbildungsarbeit und durch seine originelle Art wieauch als Lichtbildner für die Volkskunde viele Freunde gewonnen. Der Geehrtewirkt außerdem auch in zahlreichen wissenschaftlichen Unternehmungen außerhalbder Steiermark in selbstloser Weise mit; sein konziliantes Wesen und seine große Be-

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