Jahrgang 
89 (1986) / N.S. 40
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storbener Freund Ernst Preuschen mit mir zur urzeitlichen Geschichte des Kupfer-erzbergbaues erarbeiten konnte, ist demnach ebenso Industrie- Archäologie wiejenes Bildmaterial, das in Ton, Stein, Glas oder Metall mehr oder weniger vollstän-dig über solche Arbeitsprozesse berichtet. Wenn es mir gelungen ist, an Hand vondrei exquisiten Objekten Neues zum Mansfelder Kupfererzbergbau, zum GasteinerGoldbergbau und zum Schwazer Silber- bzw. Kupfererzbergbau vorzulegen, so ver-danke ich dies günstigen Konstellationen, die ich zu nützen versucht habe. Als indi-rekte Quellen zur Industrie- Archäologie sind sie für mich eine willkommeneBereicherung aller meiner im Gelände gewonnenen Erfahrungen, deren Zu-sammenschau in Verbindung mit dem sonst noch in Europa und im Nahen Ostenvorhandenen Quellenbestand eine reizvolle Aufgabe für die Zukunft darstellte."( Wien, im, März 1975.)

In memoriam Hanns Koren

( 20. 11. 1906-27.12.1985)

Nach einem schweren, tückischen Leiden hat Hanns Koren( H. K.) am27. Dezember 1985 im Landeskrankenhaus zu Graz seine Augen für immergeschlossen. Eine wohl unvermeidliche, doch anscheinend von Anfang an bedenkli-che Operation im Frühjahr 1985 war gut verlaufen. Sie hatte dem sich nur langsamErholenden Hoffnung gegeben. Darüber hatte er sich so gerne mit mir im Hochsom-mer bei seinem Tusculum styriacum, einem reizvoll umgebauten weststeirischenBauernhaus bei St. Bartholomä, nahe der Heimat seiner Mutter, auf der sonnigenWiese und beim Spaziergang unter den Obstbäumen unterhalten. Aber es sollteanders kommen: Wieder Krankenhauseinsamkeit, eine bis zum Ende nie aufgege-bene Hoffnung, die anläßlich des Stiftungstages des Joanneums( 26. 11. 1811) fürden 27. 11. 1985 anberaumte Sitzung des Kuratoriums für das Steiermärkische Lan-desmuseum Joanneum doch noch ,, kurz vor Weihnachten" selber leiten zu können.Ein strenges ärztliches Besuchsverbot, selbst für alle seine Freunde; ein Auslöschen,ein Begrabenwerden am Altjahrestag 1985 unter ungeheurer Anteilnahme breite-ster Bevölkerungskreise mit viel Prominenz aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft,vor allem aus dem, Volke mit den Bergknappen, den Bauern und jenen Stadtleutenaus Graz, für die H. K. längst schon so etwas wie eine Sinnbildgestalt der konserva-tiv- progressiven Steiermark" geworden war. Ein wirklich großer alter Mann dersteirischen Geschichte, wie ihn manche Grabreden ansprachen, hat seine Seele aus-gehaucht. Sein Wirken für dieses Land, für die Länder- und Sprachgrenzen übergrei-fende Wissenschaft der Volkskunde, für die kulturelle Neugestaltung in seiner Stei-ermark mit ihren einander hart widerstreitenden Zeittendenzen bei einem großenErbe überkommener und bewährter, oft genug hart in Frage gestellter Lebensfor-men bleibt bestehen...

H. K. wurde am 20. 11. 1906, noch in tiefster Friedenszeit also, als Sohn einerkleinbürgerlichen Familie des Fotografenmeisters Hans Koren( 1881-1951) zuKöflach in der Weststeiermark als erster von vier Söhnen geboren. In einem Markt( heute Stadt) mit damals schon aufkommenden Problemen der Industrialisierung,Mechanisierung des Kohlentagbaues, mit nicht geringer Zuwanderung aus der histo-rischen Untersteiermark und aus Krain, mit frühen gewerkschaftlichen Problemen,

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