Katerina Korre, Oi palaskes tu Ethniku Istoriku Museiu( Die Pulver-taschen des Griechischen Historischen Nationalmuseums). Athen 1984, 66 Seiten,27 Abb. auf Taf., 1 Abb. im Text.
Dies. Metavyzantini- neoelliniki ekklisiastiki chrysokentitiki( Post-byzantinisch- neugriechische ekklesiastische Goldstickerei). Athen, Selbstverlag,1985, 287 Seiten, 166 Abb. auf Taf.
Katerina Korre, Lektorin für Volkskunde an der Univ. Athen, ist auf ästhetischrelevante Sachvolkskunde und Volkskunst spezialisiert; in der ÖZV konnten schonihre Monographien zum menschlichen Kopf als apotropäisches Zeichen in der grie-chischen Volkskunst und zur neugriechischen Haartracht vorgestellt werden( vgl.ÖZV XXXIII/ 82, 1979, S. 361-364). Inzwischen sind auch Arbeiten zur griechi-schen Silberschmiedkunst erschienen: Europäische Stiche und neugriechische Sil-berschmiedkunst( griech.),( Zygos 53, Athen 1982, S. 55-62, 9 Abb. im Text); Neu-griechische Silberschmiedwerkstätten( griech.),( Archaiologia 9, Athen 1983,S. 83-88, 10 Abb. im Text), zu religiösen Motiven auf thrakischem Schmuck( ibid.13, 1984, S. 87-93, 12 Abb. im Text), zum kretischen Verlobungsring mit der zwei-köpfigen Schlange( Akten des IV. Intern. Kretologischen Kongresses, Bd. III.,Athen 1981, S. 142-155, 1 Abb.), zu volkstümlichen Steinreliefen aus Mani( Laoni-kai Spudai IV, Athen 1979, S. 249-354, 6 Abb. auf Taf.), zum Motiv des Wappentie-res als Baumwächter( Akten des 3. Volkskundlichen Symposiums für Nordgriechen-land, Thessaloniki 1979, S. 335-347, 13 Abb. auf Taf.), zu den verzierten Waffenvon Petrobey Mavromichali( Akten des 2. Intern. Peloponnesischen Kongresses,Bd. III, Athen 1981/82, S. 387-390, 5 Abb. auf Taf.). Alle diese Themen sind mitviel Sachkenntnis und Literatur in diachronischen und synchronischen Kompara-tionskontexten gearbeitet.
Dies gilt auch für die verzierten neugriechischen Pulverbüchsen und besticktenPulvertaschen aus dem Zeitraum 1780-1910. Das Bändchen bildet eine Art Katalogdes Historischen Nationalmuseums, das in die morphologischen und funktionellenGebrauchskontexte des Gegenstandes einführt, aber auch weitere semantische Kon-notationen berücksichtigt, wie Pulvergebrauch im Aberglauben, die Pulverbüchseim Volkslied, Herstellungsarten, Werkstätten, Verzierungsmotive usw. Im zweitenTeil( S. 23 ff.) erfolgt dann die akribische Deskription von 29 Pulverbüchsen und13 Pulvertaschen, sodann der Abbildungsteil, die Bibliographie und ein General-
index.
Umfangreicher ist die Monographie zu ekklesiastischen Goldstickereien, die prak-tisch auf allen orthodoxen Kirchengewandteilen, zum Großteil byzantinischen Dar-stellungstraditionen folgend( mit einigen westlichen Einflüssen), zu finden sind: aufdem Sticharion, dem Phelonion, dem Sakkos, dem Omophorion, dem Epitrache-lion, Orarion, auf dem Epimanikia, dem Epigonation, dem Gürtel und der Mitra.Religiöse Darstellungen finden sich auch auf den Altartüchern, dem Aer, dem Epita-phiostuch, den Kelchtüchern usw. In eigenen Kapiteln werden Ornamente, Inschrif-ten und ikonographische Themen behandelt, im letzten Kapitel auch die Trägerma-terialien. Sodann folgen der mehr als hundert Seiten umfassende Bildteil, ein Glos-sar, Bibliographie und Index. Während es zu den Goldstickereien aus byzantinischerZeit eine Fülle von Arbeiten gibt, ist die nachbyzantinische Zeit im allgemeinen nichtsystematisch aufgearbeitet. Dies ist nun das Verdienst der vorliegenden Arbeit.
Walter Puchner
362