Spätmittelalter bis in die Gegenwart zumeist neben dem Einsatz von Mobilien undMoventien und der Auflistung der Immobilien auch Angaben über die ökonomische,gesellschaftliche und demographische Situation, stellen also eine der aussagekräftig-sten Quellen für die Alltagskultur dar. Erst die modernen statistisch- quantifizieren-den Methoden und die Verfahren mit automatischer Datenverarbeitung ermögli-chen es, die große Menge der Nachlaẞverzeichnisse und deren Datenfülle in denGriff zu bekommen.
Die vorliegende Bibliographie wurde auf dem„ Internationalen Kolloquium überdie Auswertung von Nachlaẞverzeichnissen" in Wageningen 1980 angeregt undkonnte durch finanzielle Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaftdurchgeführt werden. Der Schwerpunkt der Quellen selbst, deren Auswertung undEdition liegen auf dem deutschen und englischen Sprachraum( inklusive Nordame-rika) und auf Skandinavien. Um weitere Untersuchungen auf den Grundlagen dieserbereits bearbeiteten Quellen durchführen zu können, sind praktischerweise für allezitierten Titel analytische Angaben nach maximal fünf Kriterien mittels Symbolenund Zahlen angeführt: 1. Land/ Region/ Stadt, auf die sich die Inventare beziehen;2. Zeitraum; 3. Anzahl der ausgewerteten Inventare; 4. Sozialgruppe, der die Inven-tare zuzuordnen sind; 5. Schwerpunkte der wissenschaftlichen Auswertung.
Für Österreich übernahmen R. Sandgruber, E. Silber und G. Wacha die mühsameArbeit der Literaturrecherche, bei der selbstverständlich keine Vollständigkeiterreicht werden konnte und sollte. Daß Salzburg als einziges Bundesland Österreichsnicht angeführt ist, schmerzt, denn auch hier gibt es selbstredend einschlägige Arbei-ten, wie beispielsweise Friederike Prodinger: Beiträge zur Kenntnis bäuerlichenHaus- und Arbeits- Gerätes um 1732. In: F. Zaisberger( Hg.), Reformation- Emi-gration. Protestanten in Salzburg. Salzburg 1981, S. 167-171.
Michael Martischnig
Julia E. Miller, Modern Greek Folklore. An Annotated Bibliography. NewYork- London, Garland Publishing, 1985, 141 Seiten.
Es ist schade, daß die renommierte Reihe volkskundlicher Bibliographien, die,, Garland Folklore Bibliography", der immerhin Alan Dundes als general directorvorsteht, der auch zu diesem Band die Einleitung geschrieben hat, eine solche dilet-tantische Zufallsbibliographie herausbringen mußte. Dies bezieht sich nicht bloß aufdie Abgrenzungskriterien(„ Folklore“ von Ethnographie und Anthropologie; euro-päische Hauptsprachen und Griechisch; zeitliche bzw. geographische Kriterien kom-men überhaupt nicht zur Sprache), sondern auch die magere Zahl von 433 items, dienoch dazu sehr ungleich gewichtet sind: einige Vollständigkeit herrscht nur bei denamerikanischen Arbeiten bzw. den Arbeiten über die Amerika- Griechen, diedeutschsprachigen Arbeiten sind sehr bescheiden vertreten( die Titel vielfach ent-stellt), aber geradezu tragisch ist die Unkenntnis der griechischen Spezialforschung,die auch rein zahlenmäßig unverhältnismäßig schwach vertreten ist. Allein ad hocdie Detailmängel der Bibliographie aufzuzeigen, würde eine umfangreiche Arbeitergeben. So will sich der Rezensent auf ein Sample beschränken, um eine Idee vonden geradezu unglaublichen Lücken und Inkonsequenzen zu geben.
011 zu den Anastenaria: hier wird ein marginales Pamphlet zitiert, in der Biblio-graphie sind insgesamt 12 items zu dem komplexen Brauch zu finden, während
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