Die Darstellung des Albaners in derdeutschsprachigen Literatur der letztenhundert Jahre
Von Erna Prochaska
Die Darstellung sowohl des Landes als auch der Bevölkerung hatsich im Laufe der Zeit nicht sehr geändert. Man hat den Eindruck,daß ein Großteil der Autoren voneinander abgeschrieben hat.Wahrscheinlich haben nur wenige wirklich die Möglichkeit zu per-sönlichen Kontakten mit Albanern gehabt. Die Ansichten sindauch stark geprägt vom politischen Standpunkt des Autors. Es hatbesonders zur Zeit der Monarchie, die von slawischer Seitegeschürte Darstellung gegeben, die Albaner eher negativbeschreibt.
1913 übernimmt K. Gersin( Pseudonym für Dr. Niko Zupanic)die Darstellung A. Philippsons:
,, Nordalbanien ist das Land der Gegen, des wilderen derbeiden Stämme, in die das albanische Volk sich spaltet.
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Die Tosken kommen bei dieser Beschreibung insofern besserweg, da sie nur namentlich erwähnt werden. Im weiteren werdensie mit den Nordalbanern wieder in einen Topf geworfen:
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„ Die Bevölkerung verharrt in den wilden zügellosen Sittendes Faustrechts und der Blutrache... Das intelligente, tap-fere, aber im höchsten Grade unbildsame und grausame alba-nische Element hat in der türkischen Geschichte eine ver-hängnisvolle Rolle gespielt. Immer unentbehrlicher, je mehrdie Kraft des nationalen Türkentums sank, hat es den türki-schen Namen mit einer Fülle von Schändlichkeiten in Krieg