Österreich schon viel getan. Der schwierigste Anfangsschritt ist Oskar Moser aufausgezeichnete Weise gelungen, und es bleibt nur zu hoffen, daß die junge öster-reichische Hausforschergeneration diese Herausforderung annimmt. Es wäre sichereine sinnvolle Aufgabe für die Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Hausfor-schung. Noch weiter in Richtung auf ein gesamtdeutsches hauskundliches Wörter-buch wage ich gar nicht zu denken, oder vielleicht doch?
Vera Mayer
Dragica Cvetan, Tkanje na tari u Žumberku. Jastrebarsko, Zavičajni muzej( Heimatmuseum), 1984, 23 Seiten, 22 Bilder und Karte.
Dieselbe, Tradicijski lončarski centri u Plesivičkom Prigorju. Ebenda1985, 28 Seiten, 55 Bilder, 1 Karte.
Dieselbe, Opančarstvo Jastrebarskog i okolice. Ebenda 1986, 28 Seiten,80 Abb., 1 Karte.
Das rührige Heimatmuseum von Jastrebarsko im fruchtbaren Hügelland westlichvon Agram/ Zagreb veranstaltet regelmäßig Ausstellungen, zu denen reich und oftmit historisch- dokumentarwertigen Bildern( Photos, Umzeichnungen) ausgestatteteKataloge erscheinen. Hier handelt es sich: 1. Um die Weberei am senkrechten Web-stuhl( kroat. tara) in der Gegend von Žumberak im westlichsten, der historischenUntersteiermark( Štajersko) nahe gelegenen Teil des Bezirkes. 2. Um traditionelleTöpferei- Zentren im Hügelland von Plešivica im Nordteil des Bezirkes. 3. Um dienunmehr verschwindende Herstellung von Bundschuhwerk im Stil der landesübli-chen ,, Opanken“( kroat. Handwerk des opančarstvo). Die Arbeitsvorgänge werdenjeweils eingehend zu zahlreichen Phasenbildern beschrieben, das Arbeitsgerät inUmzeichnungen vorgeführt, die Sozialverfassung in den Zünften( kroat. cehovi alsLehnwort zu den deutschen„ Zechen“) kurz angedeutet. Auch ein Handwerkerprivi-leg von Ferdinand I. vom Jahr 1841 ist abgebildet, sein lateinischer Text kroatischwiedergegeben. Alle diese drei ansehnlichen, kroatisch geschriebenen Katalog-Hefte sind im wissenschaftlichen Text mit jeweils knapper Literaturangabe erarbei-tet von Frau Dragica Cvetan aus der Schule von Univ.- Prof. Dr. Milovan Gavazzi( Zagreb). Eine Kurzfassung in englischer Sprache ermöglicht verdienten Zugang füreine vergleichende Volkskunde.
Leopold Kretzenbacher
Wolfgang Mieder, Tradition and Innovation in Folk Literature. Ha-nover- London, University Press of New England, 1987, 293 Seiten, Abb.
Wolfgang Mieder, Professor für Germanistik und Folklore an der Universität vonVermont, legt mit vorliegender Publikation ein weiteres grundlegendes Werk zurErzählforschung, aber auch zur Gegenwartsvolkskunde vor. In einem ausführlichenVorwort legt er seine Zielsetzung und Aufgabenstellung dar. Ausgehend vom Postu-lat, daß Volkskunde mehr sein sollte, als Reliktforschung( vgl. dazu HermannBausinger, Konzepte der Gegenwartsvolkskunde. In: ÖZV XXXVIII/ 87, 1984,S. 89–106) versucht der Autor aufzuzeigen, daß alle traditionellen Formen konstan-ten Veränderungen unterliegen, und daß es Aufgabe der Volkskunde ist, neben der
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