Heimat Museum- Identität
Museumspädagogisches Fortbildungsseminar im Bezirksheimatmuseum
Spittal an der Drau
Vom 24. bis 26. April 1987 veranstaltete das Bezirksheimatmuseum Spittal an derDrau gemeinsam mit dem Erwachsenenbildungszentrum Kärnten und dem Interuni-versitären Forschungsinstitut für Fernstudien an der Universität Klagenfurt( IFF)ein museumspädagogisches Fortbildungsseminar zum Thema„ Heimat- Museum- Identität“, zu dem sich Teilnehmer aus ganz Österreich trafen.
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Der theoretische Hintergrund zur Arbeit im Museum wurde durch Referate ver-mittelt. Univ.- Prof. Dr. Dietmar Larcher, Vorstand des IFF, stellte dabei die Unter-suchungen von Klaus Ottomeyer zu den Begriffen„ Heimat“,„ Identität“ und„ Eth-nozentrismus“ vor und erläuterte daran Möglichkeiten und Probleme des Umgangsdamit und des Zugangs zum Thema. Dr. Gottfried Flied!, Lehrbeauftragter an derHochschule für angewandte Kunst in Wien, ging in seinem Referat„ Musealisierung- Kompensation Tradition" vor allem der Frage nach, ob bzw. inwieweit Museentraditionsstiftend wirken können und von welchen geschichtlichen Faktoren dieMusealisierung geprägt ist. Mit dem Thema„, Heimatmuseen- Historische Entwick-lung, Organisation, Probleme und Möglichkeiten" versuchte Dr. Hartmut Prasch,Leiter des Spittaler Museums, nicht nur die Entstehungsphasen der Heimatmuseennachzuzeichnen, sondern auch die Abhängigkeiten der Sammlungen und die Gren-zen der Umsetzbarkeit museumspädagogischer Konzepte aufzuzeigen.
Neben diesem theoretischen Rahmen wurde das Seminar vor allem durch ver-schiedene Projektarbeiten, an denen die Teilnehmer aktiv mitmachten, gestaltet.Folgende Themen wurden bearbeitet und dem Plenum vorgetragen:„, Sanfte Tech-nologien“;„, Feature für eine Radiosendung zum Thema, Heimat"";,„, Konzept für einHeimatbuch";„ Museumslesung mit literarischen Texten“;„ Brüche und Einbrüche.Bündnisobjekte im Museum“. Dabei wurden verschiedenste museumspädagogischeVermittlungsformen gezeigt und angewendet.
Ziel der Museumspädagogik ist es, Museen ,, lebendig" werden zu lassen und durchverschiedene Angebote, wie z. B.„ Besucherorientierte Führungen"( themen-zentrierte Interaktion), bei denen sich der Besucher selbst auswählt, mit welchenExponaten er sich intensiver beschäftigen will, oder durch konzeptionelle Vor-schläge die Besucher zu motivieren, sich die Sammlungen selbst durch erlebendesLernen“ zu erarbeiten. Das Spittaler Bezirksheimatmuseum bietet dafür auf Grundseiner Exponatfülle und seiner thematischen Vielfalt einen ausgezeichnetenRahmen.
Die drei Seminartage boten allen Teilnehmern jede Menge neuer Eindrücke undErfahrungen, wenn auch wahrscheinlich ein großer Teil der vorgestellten museums-pädagogischen Verfahrensweisen im normalen Museumsbetrieb kaum oder nur sehrschwer realisierbar scheint. Ähnliche Fortbildungsveranstaltungen sind auch für dieZukunft in Spittal geplant und sollen, wenn möglich, zu einer regelmäßigen Einrich-tung werden( für 1987 sind insgesamt 4 Seminare geplant).
Hartmut Prasch
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