Jahrgang 
90 (1987) / N.S. 41
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käme ,, Volksarchitektur im pannonischen Raum einschließlich der zugehörigengeistigen Überlieferung oder etwa, Volkskultur in der Gegenwart" in Frage. Weiterswurde in der Schlußresolution auch der Wunsch nach weiterer Verankerung der EPin bilateralen Kulturabkommen( etwa mit Jugoslawien und der Tschechoslowakei)geäußert und das Bemühen, die Zielsetzungen der Vereinigung in die Freundschafts-und Kooperationsabkommen einzelner Universitäten einzubringen. Der von BélaGunda so freundlich wie enthusiastisch beschworene pannonische Geist"- wasimmer man sich im einzelnen darunter vorzustellen hat- existiert scheint's wirklich.Er war nicht nur in der engagierten wissenschaftlichen Auseinandersetzung währendder gesamten Tagung spürbar, sondern wohl auch in der hervorragenden Gast-freundschaft der Ethnographia Pannonica Hungarica, und vielleicht auch ein wenigin der mündlich tradierten inoffiziellen Hymne der EP, welche sangeskundige und-freudige ,, Pannonier der ersten Stunde bei geselligen Anlässen gerne zum Bestengeben., Österreicher, Ungarn, Tschechoslowaken und Jugoslawen sind in wenigenWochen eine verschworene Musikergemeinschaft geworden: Über alle Barrierenhinweg ein Sprachrohr aus dem pannonischen Raum." So konnte man am 5. Mai1987 in einer Kurier"-Kritik über ein Konzert des Mahler- Jugendorchesters unterClaudio Abbado lesen. Möge ein ähnlicher Schwung wie die jugendlichen Musikerauch die verschworene Forschergemeinschaft Ethnographia Pannonica in der näch-sten Zukunft beflügeln.

Margot Schindler

8. Symposion des Niederösterreichischen Instituts für Landeskunde zum Thema Versuche und Ansätze zur Industrialisierung des Waldviertels"vom 6. bis 8. Juli 1987 in Weitra/.

Durch das Thema der heurigen Oberösterreichischen Landesausstellung in Steyr,, Arbeit- Mensch Maschine- Der Weg in die Industriegesellschaft wurde einthematischer Forschungsschwerpunkt für wissenschaftliche Tagungen in Ostöster-reich im Jahr 1987 gesetzt. Die 4. Tagung der DGV- Kommission Arbeiterkultur",welche vom 29. April bis 3. Mai 1987 in Steyr stattfand und von Kollegen des Institutsfür Volkskunde der Universität Wien ausgerichtet wurde, beschäftigte sich mit Fra-gen des Sammelns, Aufarbeitens und der musealen Darstellung von Arbeiterkultur.Das Niederösterreichische Institut für Landeskunde folgte vom 6. bis 8. Juli 1987 inWeitra mit einem Symposion unter dem Titel Versuche und Ansätze zur Industria-lisierung des Waldviertels".

Der Tagungsort Weitra war mit Bedacht gewählt, denn das Waldviertel galt undgilt als strukturschwaches Gebiet mit besonders krisenanfälligen Wirtschaftsbetrie-ben. Früher war diese Grenzregion ein besonderes Sorgenkind der Politiker, heutesteht das Waldviertel mit seinen Problemen jedoch nicht mehr allein. Die wirtschaft-lichen Krisenerscheinungen der achtziger Jahre haben auch die Kernräume um diegrößeren Städte und traditionelle alte Industriezentren erfaßt. Im Zusammenhangmit den allgemeinen Problemen der Industrie unserer Zeit, die zwar nicht produk-tionsmäßig, aber beschäftigungsmäßig ständig zurückgeht, hat es das Waldviertel inmehrerer Hinsicht besonders schwer. Als vorwiegend agrarisch strukturiertesGebiet kann es, auf Grund der exponierten geographischen Lage und des besondersrauhen Klimas, niemals Erträge in der Landwirtschaft erreichen, wie in Gegenden

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