Jahrgang 
90 (1987) / N.S. 41
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Der Nachmittag des Samstags war dann speziell der Museumsproblematik gewid-met. Zunächst gab der Berichterstatter einen Überblick über die reichen Beständean Südtiroliensien im Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien und liefertedazu die sammlungsgeschichtliche Erklärung. Fabio Chiocchetti stellte das theoreti-sche Konzept zur Errichtung eines Talmuseums in Fassa vor. Bei seinen anregendenÜberlegungen forderte er ein, lebendiges Museum", das sich mit der Gegenwartauseinanderzusetzen und einen aktiven Beitrag zur Kulturpolitik zu leisten habe. Ineiner anschließenden Tour d'horizon nahm jeder der anwesenden Teilnehmer, dar-unter aus Österreich auch Frau Dr. Maria Kundegraber und Dr. Dieter Weiss, zuden Problemen des eigenen Museums Stellung. Daran knüpften Überlegungen überdie Funktion der volkskundlichen Orts- und Talmuseen und über ihre künftigen Auf-gaben. Hier wurde vor allem die Verwendung einer einheitlichen Kartei als erstre-benswert erklärt. Man ging jedenfalls mit dem Wunsch auseinander, sich in einemanderen Talmuseum wieder zu treffen.

Franz Grieshofer

8. Internationales Symposion der Ethnographia Pannonica zum Thema,, Märkte und Warenaustausch im Pannonischen Raum"vom 27. bis 29. Mai 1987 in Székesfehérvár/ Ungarn

Im Rahmen von über zwanzig größeren kulturellen Veranstaltungen( Filmtage,Theateraufführungen, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen) der Fest- und Kultur-tage Alba Regia 1987 in Székesfehérvár fand vom 27. bis 29. Mai 1987 als wissen-schaftliche Großveranstaltung das 8. Internationale Symposion der EthnographiaPannonica statt. Zum 4. Mal bereits hatte Ungarn die Organisation einer Tagung dervor 16 Jahren gegründeten Vereinigung zur Förderung und Pflege wissenschaftlicherKontakte im pannonischen Raum übernommen. Die als lose Vereinigung gegrün-dete Gesellschaft für pannonische Forschung wurde inzwischen sowohl in Österreichals auch in Ungarn auf Vereinsbasis gestellt und hat nun durch die Aufnahme in dasoffizielle österreichisch- ungarische Kulturabkommen eine weitere Stärkung erfah-ren. Überdies macht sich auch durch die teilweise Ablöse der Gründergenerationeine gewisse Belebung der Szene bemerkbar, nachdem die Ethnographia Pannonicain den letzten Jahren doch eher durch Ermüdungserscheinungen gekennzeichnetwar. Die heurige Tagung jedenfalls war bestens besucht und vor allem durch diegeschlossene Anwesenheit aller wichtigen ungarischen Fachvertreter ausgezeichnet.Diese Tatsache und insgesamt der gute Verlauf der Tagung ist sicherlich zum Groß-teil der hervorragenden Organisation durch den neuen Sekretär der EthnographiaPannonica Hungarica, Dr. László Lukács, Leiter der Abteilung Volkskunde imKönig- Stephan- Museum in Székesfehérvár, zuzuschreiben, der das Symposion inseiner Heimatstadt ausrichtete.

Märkte und Warenaustausch im pannonischen Raum" lautete das Generalthemader Tagung, das insofern von übergeordnetem Interesse ist, da gewöhnlich bei denmeisten sachvolkskundlichen Themen auf die Frage des Handels und die Arten undMöglichkeiten der Verbreitung von Waren nicht speziell eingegangen wird. Daherbefaßte sich auch eine Reihe von Vorträgen mit konkreten Sachgütern und derenwechselseitigem Austausch und Vermarktung. Hans Lunzer, Eisenstadt, zum Bei-spiel beschäftigte sich mit dem Heuhandel auf dem burgenländischen Heideboden,

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