privaten Vertriebes auf sich nahm. Daß sich ihre Verkaufserwartungen auch erfüllenmögen, wünscht der Rezensent, indem er nochmals L. Schmidt resümierend zitiert:,, Die Verfasserin, ebenso gute Wissenschaftlerin wie Bergsteigerin und Lichtbild-nerin, hat mit dieser Arbeit auch die österreichische Almvolkskunde in ganz hervor-ragendem Ausmaß gefördert."
Michael Martischnig
Nikola Petrović, Die Schiffahrt und Wirtschaft im mittleren Donau-raum in der Zeit des Merkantilismus. Der Bau des Donau- Theiẞ, desFranzens- Kanals und die Bestrebungen gegen Ende des 18. Jahrhunderts, denmittleren Donauraum mit dem Adriatischen Meer zu verbinden. Hg. v. d. Akade-mie der Wissenschaften und Künste der Wojwodina in Nowi Sad und dem Institutfür Geschichte in Belgrad. Belgrad, Verlag Istorijski Institut, 1982, 565 Seiten,48 Abb., 7 Karten, zahlreiche Vignetten.
Die Geschichte der Wasserwirtschaft ist mit der Wirtschaftsgeschichte und derGeschichte eines Landes und Volkes eng verbunden.
Es lag daher auf der Hand, die Geschichte des Donau- Theiß- Kanals, des soge-nannten Franzens- Kanals, einer näheren Studie zu unterziehen. Dieser Kanal wurdewährend der Regierungszeit von Kaiser Franz II. erbaut und diente zur Verbindungder Donau mit der Theiẞ. Im gleichen Zuge wurde ein nur teilweise gelungener Ver-such unternommen, die Kornkammern an der mittleren Donau durch ein weitver-zweigtes System von Schiffahrtskanälen mit dem Adriatischen Meer zu verbinden.
Im vorliegenden Buch stellt der Verfasser die Erbauung des Franzens- Kanalsdurch die ,, Königlich Ungarische Schiffahrts- Company AG“ in den Jahren 1793 bis1802 in den Mittelpunkt seiner Forschungen und theoretischen Analysen. DieseAktiengesellschaft war die erste in der Habsburgermonarchie, in Ungarn und Süd-osteuropa überhaupt. Die Römer hatten bereits Ansätze zu einem Kanalbau und zuFluẞregulierungen gemacht. So war der Franzens- Kanal das größte und umfang-reichste Bauvorhaben in diesem Teil Europas seit der Römerzeit bis in die Mitte des19. Jahrhunderts.
Die Erbauer des Kanals waren die Brüder Joseph und Gabriel von Kiss. Sie warennicht nur Miteigentümer der eigens für den Bau des Donau- Theiß- Kanals gegründe-ten Bauunternehmung, sondern auch Projektanten, technische Direktoren desKanalbaus und Aktionäre der Kanalgesellschaft. Der Ausbau und die Fertigstellungdes Kanals gestalteten sich in politischer, wirtschaftlicher und technischer Hinsichtäußerst schwierig. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Kanal rekonstruiertund zum Donau- Theiß- Donau- Kanal erweitert.
Die ausgezeichnete Monographie ist ein bedeutender Beitrag zur Geschichte desWasserbaues, der Wasserwirschaft, zur allgemeinen Technikgeschichte und zurGeschichte der im mittleren Donauraum angesiedelten Völker der Habsburgermo-narchie.
Der Verfasser widmet sich in einem besonderen Kapitel einer komparativenBetrachtung der Geschichte der Kanäle und der Straßen in der Welt. Das Schlußka-pitel gibt einen Rückblick auf den Bau des großen Hydrosystems Donau- Theiß-Donau nach dem Zweiten Weltkrieg.
Neben den Historikern und Verkehrshistorikern werden Hydrotechniker, Hydro-logen, Hydrauliker und Hydrogeographen interessante Tatsachen zur Geschichte
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