von Laurent Mourguet und seiner Umwelt wider, den Alltag kleiner Leute in denSeidenarbeitervierteln des alten Lyon, Arbeitslosigkeit, finanzielle Nöte, denZwang, andere Berufe zu ergreifen, um das Überleben zu sichern, aber auch dieFröhlichkeit und den Witz dieser Menschen, ihren Hang zu einem guten Glas Wein,einem Wirtshausbesuch in fröhlicher Runde. Auch wenn die Stücke zum Teil vonOnofrio bearbeitet wurden, spiegeln sie doch viel Ursprüngliches wider und gebenEinblick in eine Tradition des Puppenspiels, die bis heute fortlebt.
Eva Kausel
Hermann Auer( Hg.), Chancen und Grenzen moderner Technologienim Museum. Bericht über ein internationales Symposium, veranstaltet von denICOM- Nationalkomitees der Bundesrepublik Deutschland, Österreich und derSchweiz vom 16. bis 18. Mai 1985 am Bodensee. München, Verlag K. G. Saur,1986, 241 Seiten.
Einige Beiträge konzentrieren sich auf die Beschreibung modernster Technolo-gien und sind daher eher für spezialisierte EDV- Interessenten als für Museums-beamte von bleibender Bedeutung( z. B. W. Kaiser über Telekommunikation oderE. Hofmeister über Mikroelektronik).
Als bescheidene, verbindende Entscheidung der Museen entpuppt sich in Beiträ-gen und Diskussionen der ICOM- Mitglieder, daß man sich der Computertechnolo-gie nicht mehr länger enthalten kann oder will. Vorsichtigerweise denkt man, mitdem Argument der Erleichterung von Verwaltungstätigkeiten, an die Anschaffungdes ersten Personalcomputers.
Von anderen besprochenen Formen moderner Technologie liegt noch die Bild-platte im Bereich eines realisierbaren Projekts.„ Auch in Österreich träumt manvom Aufbau einer ersten großen Bildbank“ für Kunstdenkmäler; visuell gespeichertauf Bildplatte, gekoppelt mit EDV- Programmen, um ein Abrufen von Informatio-nen ,, nach historischen Gesichtspunkten, nach Meistern, Museen oder Darstellungs-formen zu ermöglichen“( IBF- Spektrum. Österr. Magazin für Bildung, Kultur undWissenschaft. Wien, vom 1. Nov. 1986, Nr. 508, S. 1-3).
Für ein Museum im Alleingang ist die Bildplatte ein im Moment nicht finanzier-bares Zukunftsmedium( Herstellungskosten einer einzigen Bildplatte derzeit ca.S 900.000,-). Dementsprechend füllt B. Meles ihren Beitrag„ Elektronische Bild-speicher eine erste Bewertung" mit hypothetischen Einleitungen, wie„ NehmenSie an.
Wo finden nun die Vortragenden im Rahmen der traditionellen Aufgaben einesMuseums Platz für einen Computer, wo er arbeitserleichternde und wegbereitendeFunktionen erfüllen kann?
Erstens im Einsatz zur Schaffung einer Museumsdatenbank, das heißt des nachSachgruppen gespeicherten Inventars. Dafür müssen zu jedem Gegenstand ,, die-selben Angaben über Art, Signalement, Material, Beschaffenheit, Zeitstellung usw.vorliegen“( H.-J. Keller: Die Grundfunktionen des Museums im Blick auf Informa-tionsprobleme, S. 36). Daraus kann ein sogenannter Thesaurus zusammengestelltund mit Hilfe dieses Kriterienkataloges der Inventarisierungsvorgang um einigeserleichtert werden. Vom„ Traum der Wissenschaftler“, der„ Forderung nach
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