künstlerischen... Denkmälern nicht verlorengehen, daß immer mehr Menschenerkennen, wie wichtig es ist, wenn, Geschehen aufgezeichnet, bewußt erlebtwird...“( S. 5). Zwei Räume wurden dem Verein von der Stadtgemeinde Feldbachzur Verfügung gestellt, und mit großem Elan wird nun versucht, Kontakt aufzuneh-men mit privaten Sammlern und Forschern, Interessierten und Studenten, Doku-mente, Chroniken, Aufzeichnungen, Gegenstände zu sammeln und zu archivieren.Die Arbeitsergebnisse sollen in Form oben erwähnter Feldbacher Beiträge in unre-gelmäßigen Abständen publiziert werden.
Das erste Heft ist der steirischen Nahrungsvolkskundlerin Anni Gamerith zuihrem 80. Geburtstag( 12. 3. 1986) gewidmet, die auch zum Ehrenmitglied des neuenVereins ernannt wurde. Unter dem Titel„ Mein Leben“ schildert Anni Gamerith diewichtigsten Stationen und Einflüsse, die ihr Leben bestimmt und gestaltet haben.Besonders die Wandervogel- Bewegung gab ihrem Herzen„ jenen Stoß, der als Pen-delschlag durchs ganze Leben tönt.( S. 7). Bestimmend war daneben auch dieBegegnung mit Viktor von Geramb, mit dem sie auf zahlreichen Wanderungen dieWelt der bäuerlichen Bevölkerung aus nächster Nähe kennenlernte. Es war vorallem der Themenkomplex der Nahrung, des Zubereitens von Speisen, der Tischsit-ten und der Kochgerätschaften, dem sie ihre Aufmerksamkeit in besonderem Maßezuwandte. Aus diesem Forschungsbereich stammen auch jene sieben Aufsätze, die,von Ingrid Selbitschka bearbeitet, im zweiten Teil des Heftes versammelt sind:,, Hirsch und ,, Pfennich“( zwei Hirsearten) Arten und Wandel der Getreidebreieam Beispiel des Landes Steiermark mit weiteren Bezügen- Rund um die bäuerlicheJause- Zwischenmahlzeiten im Bauernhaus Suppenbrot im BauernhausBäuerliche Tischsitten- Feuerstättenbedingte Kochtechniken und Speisen. Bis aufden Aufsatz ,, Arten und Wandel der Getreidebreie“ wurden die Arbeiten von AnniGamerith, die zum Teil an eher schwer zugänglichen Stellen( Zeitschrift„ NeuesLeben“) erschienen sind, von I. Selbitschka„ nacherzählt“, wobei sich die Fragestellt, ob nicht ein Abdruck der Originalmanuskripte oder ein Nachdruck der Zeit-schriftenbeiträge sinnvoller gewesen wäre. Auch wenn man sicher bedenken muß,daß die ,, Feldbacher Beiträge" nur einen begrenzten Umfang haben können, um denfinanziellen Rahmen nicht zu sprengen, hätte ich es doch vorgezogen, nur einen oderzwei Gamerith- Beiträge, diese aber im„ Originalton" zu haben. Die sieben Beiträgevermögen dennoch einen Einblick zu geben in die Vielfalt der Forschungen von FrauGamerith. Dem Verein ist für seine weitere Arbeit viel Erfolg zu wünschen.
Eva Kausel
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Dietz- Rüdiger Moser, Fastnacht- Fasching Karneval. Das Fest der..Ver-kehrten" Welt. Graz, Verlag Styria( Edition Kaleidoskop), 1986, 382 Seiten, mitzahlreichen Abbildungen.
Mit diesem großformatigen und umfangreichen Band legt D.-R. Moser seine bis-her ausführlichste Dokumentation über ein Thema vor, das ihn seit nahezu 20 Jahrenmit wechselnder Intensität beschäftigt und zu dem er schon eine Reihe von Publika-tionen vorgelegt hat. Der Verfasser beschritt dabei in der Brauchinterpretation neueWege und führte die Faschingsbräuche ausnahmslos auf christlich- religiöse Ur-sprünge zurück, während die frühere Forschung bis weit nach 1945 meist einer heid-nischen Glossar ::: zum Glossareintrag nischen Ursprungstheorie huldigte.
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