Jahrgang 
90 (1987) / N.S. 41
Einzelbild herunterladen
 

und leicht werden bei hastigem Aufreißen die Seiten beschädigt. Abgesehen von die-sen marginalen Unannehmlichkeiten, ist den Herausgebern und den zahlreichenMitarbeitern jedoch zu danken für die Zusammenstellung dieses Nachschlagewer-kes, das jedes wissenschaftliche Arbeiten eigentlich erst möglich macht. Nichtzuletzt gebührt den Herausgebern James R. Dow und Rolf W. Brednich für dieOrganisation, die Zusammenstellung, Auswertung und Systematisierung, also fürdas große Maẞ an Zeit, Geduld und Mühe, das sie auch diesmal wieder in die IVBverwendet haben, außerordentlicher Dank.

Eva Kausel

Jerzy Czajkowski u. a.( Hg.), acta scansenologica. Tom 4. Sanok, Muzeumbudownictwa ludowego w Sanoku, 1986, 314 pp., zahlr. Pläne und Abb.

Schon nach kurzer Jahresfrist erschien dieser neue, vierte Band der polnischenSchriftenreihe über das Freilichtmuseumswesen in Europa, wie bisher tatkräftig undmit großer Umsicht geleitet von einem Redaktionskomitee unter Jerzy Czajkowski,dem Direktor des Museums für Volksarchitektur in Sanok. Dieses Museum begingübrigens im Mai 1983 das Jubiläum seines 25jährigen Bestandes; sein Leiter, J. Czaj-kowski, hat sich inzwischen auch mit seinem Buch über die Freilichtmuseen inEuropa( Muzea na wolnym powietrzu w Europie, Rzeszów- Sanok 1984) habilitiert.

Auch für diesen neuen Band der acta scansenologica" hat man sich wieder vonbewährten und prominenten Museumsfachleuten in Europa Beiträge geholt, wobeidiesmal der Schwerpunkt auf der Darstellung der Ausgangsbedingungen und erstenAnfänge der zentralen Freilichtmuseen in Skandinavien( Schweden, Dänemark)liegt, und zwar mit sehr wesentlichen Informationen über diese eben vor hundertJahren einsetzende neue Museumsbewegung und über deren bedeutendste Pioniereund Gründerpersönlichkeiten und- was mir besonders bedeutsam erscheint- überderen gegenseitige persönliche Beziehungen. In Anbetracht deren heute namentlichin Mitteleuropa verbreiteten, eher oberflächlichen und plakativen Einschätzungmöchte man vor allem auf die beiden einleitenden Beiträge von Gösta Berg( Stock-holm) über Karlin und Hazelius und von Holger Rasmussen( Lyngby/ Dänemark)über die Geschichte der nordischen Ethnographischen Museen und der Freilicht-museen" hinweisen. In beiden Aufsätzen werden die besonderen Interessenfelderder drei großen skandinavischen Museumsgründer A. Hazelius( 1833-1901, Stock-holm), G. J: son Karlin( 1859-1939, Lund) und Bernhard Olsen( Kopenhagen)sowie deren verwandte Bestrebungen und unterschiedliche Erfolge gegeneinanderabgewogen.

Kontrapunktisch dazu behandeln weitere Beiträge den Status des Freilicht-museums in der Gesellschaft, dessen organisatorischen und museologischen Aufbauwährend verschiedener Zeitstufen der letzten hundert Jahre: Georg B. Thompsonvom, Ulster Folk and Transport Museum" in Nordirland beschäftigt sich mit derheutigen Funktion seines Museums in der politisch gespaltenen Gesellschaft undsieht gerade im Fall Ulster dessen große Bedeutung in der Umlenkung desSchwerpunktes in der geschichtlichen Introspektion aus, dem Schlachtfeld' auf, dasAckerfeld." Hier könne sich Geschichte nicht mit Problemen organischer Regie-rungsformen, sondern nur ,, mit den alltäglichen Ereignissen aus dem Leben der ein-fachen Leute befassen.

65