Jahrgang 
90 (1987) / N.S. 41
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In Österreich hat insbesondere der Wiener Sozial- und Wirt-schaftshistoriker Roman Sandgruber mehrfach auf diese Quellenzurückgegriffen ¹4. Schon Leopold Schmidt, wohl einer der letztenUniversalisten des Faches, hat 1951 in seiner Fachgeschichte unddann wieder im einleitenden Abschnitt seiner Volkskunde vonNiederösterreich" auf die topographisch- statistischen Darstellun-gen, die Landeskunden jener Zeit usw. verwiesen und sie als früheund wichtige Quellen gewürdigt¹5. Natürlich sind sie dies für dieForschung in unserem Jahrhundert, in ihrer Zeit kann man sie aller-dings, auch wenn es den Begriff einer Volkskunde als Wissenschaftnoch nicht gab, durchaus auch als protovolkskundliche Arbeitenwissenschaftlichen Charakters bezeichnen. Unter den vielenAnsätzen der angedeuteten Art sind an vorderster Stelle jene zunennen, die von den Agrargesellschaften angeregt und durchge-führt wurden. Sie sind in Österreich allerdings zum Teil kleinräu-mig konzipiert, bibliographisch schlecht erschlossen und wohl auchdarum zuwenig beachtet worden; Leopold Schmidt etwa erwähntdie Landwirtschaftsgesellschaften und ihre Arbeit überhaupt nicht.Die ersten derartigen Sozietäten sind in unserem Land zur ZeitMaria Theresias, ab 1764, entstanden von diesen hatte allerdingsnur die Kärntner Landwirtschaftsgesellschaft Bestand¹6. Eine Wie-derbelebung, eng verbunden mit dem Namen des, steirischen Prin-zen Erzherzog Johann, erfolgte erst zu Beginn des 19. Jahrhun-derts. Den Anfang machte 1806/07 Wien, 1817 folgte die Steier-mark. Ist die ,, Steirische Landwirtschaftsgesellschaft und ihr Wir-ken durch die intensive Beschäftigung mit Erzherzog Johann histo-risch¹ und auch in agrarpolitischer sowie volkskundlicher Hinsichtgut erschlossen- genannt sei als eine der jüngsten Veröffentlichun-gen die von Anna Barth¹8-, so kann dies von der in Wien tätigenund sich in ihrem Wirkungsbereich auf ganz Niederösterreicherstreckenden Gesellschaft nur im Hinblick auf ihre Geschichte¹9und ihre wirtschaftshistorische und-politische Bedeutung 20 gesagt

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werden. Ihr und insbesondere der schon im Titel erwähntenUmfrage sei daher der Hauptteil dieses Referats gewidmet. Aufletztere aufmerksam zu machen, sie zumindest ansatzweise zu ana-lysieren und an einem Beispiel ihren Wert als volkskundlicheQuelle zur Alltagskultur des frühen 19. Jahrhunderts zu zeigen,heißt gleichzeitig, ein Stück Geschichte der Volkskunde in Öster-reich aufzuarbeiten, auf jene, andere Linie" hinzuweisen, die etwain der Mitte des 18. Jahrhunderts beginnt und die, wie G. Wiegel-mann es ausdrückte, bei W. H. Riehl kulminierte" 21. DieserGelehrte, der als erster die ,, Volkskunde als Wissenschaft"- so der

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