Jahrgang 
90 (1987) / N.S. 41
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Probleme und Möglichkeiten schriftlicher

Quellen zur Alltagskultur

Dargestellt am Beispiel einer Umfrage der,, k. k. Landwirthschafts- Gesellschaft in Wien"*)

Von Olaf Bockhorn

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Sachkulturforschung, die Erforschung von Arbeit und Wirt-schaft, Geräteforschung, oder wie auch immer die vielfach syno-nym gebrauchten Begriffe lauten mögen, haben in der Geschichteder Volkskunde( als einer primär im europäischen Raum arbeiten-den Kulturwissenschaft, die sich überwiegend mit den mittlerenund unteren Sozialschichten welche Umschreibung Günter Wie-gelmann in seiner Definition des Faches für den problematischenVolksbegriff gewählt hat¹- beschäftigt) immer einen nicht unbe-deutenden Stellenwert gehabt. In jüngster Zeit hat sich für diesenThemenbereich, nicht zuletzt auch unter dem Einfluß derGeschichtswissenschaft( es sei nur stellvertretend der Name JürgenKuczynski genannt²) der Ausdruck Alltagskultur" durchgesetzt³.Einer der Gründe, warum sich auch die Volkskunde dieses Begrif-fes bemächtigte, hat G. Wiegelmann folgendermaßen umrissen:,, Der Begriff, Alltagskultur bezeichnet knapp und klar jenen funk-tionalen Bereich, in dem die von den Sachforschern untersuchtenObjekte meist stehen. 4) Er bezieht also den Funktions- undMilieuzusammenhang, den Kontext" mit ein, der bei isoliertenUntersuchungen etwa bestimmter Geräte, Hausformen, Klei-dungsstücke usw. häufig nicht oder zuwenig berücksichtigt wurde.Die Klage, die Volkskunde hätte diesem Thema zuwenig Aufmerk-

*) Vortrag, gehalten am 8. Jänner 1986 im Institut für Volkskunde der UniversitätGraz.

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