Jahrgang 
86 (1983) / N.S. 37
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Umgekehrt könnten bewohnte Denkmalhöfe" allein schon aus dem Bedürf-nis nach heutiger Wohnkultur niemals auf Dauer im ursprünglichen Zustand er-halten werden! Aus diesen Einsichten ist man weithin zur Errichtung von Freilicht-museen geschritten und sollte ein zur Beratung aufgerufener Direktor des Österr.Freilichtmuseums die sich an ihn gewandten Politiker und Museumsleute, die nichtvom Fach sind, dahin unterstützen und belehren, daß sie das Beispiel von Stübingauch im eigenen Lande verfolgen.

Nichts auch gegen wahrhaftige" Denkmalhöfe als geschützte Denkmäler ,, insitu", aber vor allem bitte auch, pro Freilichtmuseum in Vorarlberg".

Karl Ilg

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Ilka Peter, Tanzbeschreibungen Tanzforschung. Gesammelte Volks-tanzstudien. Hg. vom Österreichischen Volksliedwerk, Redaktion: GerlindeHaid, Karl Horak und Gerald Riedler, Österreichischer Bundesverlag, Wien1983, 195 Seiten.

Man hat dem Österreichischen Volksliedwerk und seinem Redaktionsteam Ger-linde Haid, Karl Horak, Gerald Riedler und Erich Stachlberger für die gute Idee zudanken, anläßlich des 80. Geburtstages von Ilka Peter eine Auswahl ihrer wichtig-sten Arbeiten zum Volkstanz in einem Sammelband herauszugeben. Herbert Lager,als ihr langjähriger Wegbegleiter in der Tanzforschung man denke nur an die erstegemeinsame Veröffentlichung über den, Perchtentanz im Pinzgau"( 1940)-, eröff-net den Band mit einer eingehenden Würdigung der Persönlichkeit Ilka Peters, ander vor allem die künstlerische Herkunft fasziniert. Als Volkskundler kennt manIlka Peter doch primär als Forscherin. Um ihr reichhaltiges Werk, das Michael Mar-tischnig am Schluß des Bandes bibliographisch zusammenstellte, zu verstehen, mußman sich diese Wurzeln daher immer vor Augen halten. Nachdem 1981 ihr Klassikerüber ,, Gaẞlbrauch und Gaẞlspruch in Österreich" neu aufgelegt werden konnte- indiesem Jahr erschien auch ihr Buch über Das Ranggeln im Pinzgau und verwandteKampfformen in anderen Alpenländern-, bietet die Festgabe nun die Gelegen-heit, die wichtigsten Volkstanzstudien gesammelt zur Hand zu nehmen. Den chrono-logisch aneinandergereihten Arbeiten wird der grundsätzliche Aufsatz über Volks-tanz in Theorie und Praxis" aus dem Jahr 1952 vorangestellt. Dann folgen die Tanz-aufzeichnungen vom, Neukatholischen aus Ischl"( 1941), vom Tanz und Spiel nachdem Abdreschen"( 1943), vom Achtel- oder Maschkerertanz"( 1943), vom Schleunigen( 1943), vom Steirischen und vom Landler( 1947), die sie 1948und zuletzt 1977 nochmals zusammenfassend behandelte: Der Schleunige mit ver-gleichendem Einbezug des Landlers und Steirischen im Salzkammergut sowie desSalzburgischen Wicklers". Die Aufsätze über Der steirische Reiftanz( 1953),,, Zwei Schwerttänze aus dem Böhmerwald( 1954), Tänze aus dem Lungau undPinzgau"( 1976) und Tanz der Pinzgauer Almleute zu brauchtümlich gebundenenAnlässen( 1976) komplettieren den umsichtig zusammengestellten Band, der demeinschlägig Interessierten gute Hilfe leistet. Gerne schließt man sich den Worten derWürdigung an: Möge Ilka Peter Gesundheit und Schaffensfreude noch lange erhal-ten bleiben.

Franz Grieshofer

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