Jahrgang 
86 (1983) / N.S. 37
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beigegeben, bezogen auf die schon genannte Bibliographie( 190-194). Darin ver-miẞt man leider ein so wichtiges, außerhalb Österreichs offenbar gar zu schnellvergessenes und doch hier nächstverwandt- einschlägiges und kenntnisreich- vorzüg-liches Werk, nämlich jenes von Karl M. Klier, Volkstümliche Musikinstrumente inden Alpen. Kassel Basel, Bärenreiter- Verlag 1956, 107 Seiten; zahlreiche Bilderund Notenbeispiele.

Ein für die Bedeutung des Werkes von Zmaga Kumer und seine doch berechtigterhoffte internationale Wirkung im gegenwärtigen Trend zur Musikinstrumenten-forschung wohl viel zu knappes Summary: Folk Musical Instruments and Musiciansin Slovenia"( 188 f.) wird dadurch etwas aufgewertet, daß ausdrücklich( 206-218)die bewährte Systematik der Musikinstrumente nach Sachs- Hornbostel" mit ihrendeutschen Benennungen und deren slowenischen Übersetzungen ebenso beigefügtwird wie andere lexikalische Hilfsmittel für Ortsnamen und Mundartbezeichnungen.Auf die liebevolle Schilderung besonderer Eigenheiten, etwa des Pritrkanje, desstreng nach Zeichengebung rhythmisierten Schlagens der Kirchenglocken( 31-47)( Noten und Sprechverse!) oder auf die Brauchbindung der Spielleute und ihre Stel-lung innerhalb des, Volkes( 127-178) bis hin zu den heute dominanten, Folklore-Gruppen" sei in diesem wertvollen Beitrag zur nachbarlichen slowenischen, zur sla-wischen, zur gesamteuropäischen Volksmusikinstrumenten- Forschung besondersverwiesen.

Leopold Kretzenbacher

Klaus Leidecker, Zauberklänge der Phantasie.- Musikalische Motive undgesungene Verse im europäischen Märchengut.- Saarbrücken 1983. 275 Seiten( mit Illustrationen von Petra Rheinwalt und Ulrike Schneider).

Zum Thema der Funktion von Melodien im Bereich der Volkserzählung gibt esunter anderem zwei gediegene Studien von Dietz- Rüdiger Moser( Märchensing-verse, in ,, Jahrbuch f. Volksliedforschung" 13/1968) und Cornelia Bayer( Die Funk-tionen von Musikinstrumenten in europäischen Volksmärchen und Volkssagen,masch.- schr. Magisterarbeit, Freiburg Br. 1977) sowie eine Broschüre des Rezen-senten. Die Schrift von Leidecker ist zugleich als Dissertation erschienen und stelltdie breiteste Studie über das genannte Thema dar. Der Autor hat eine Art Resümeein einem Kapitel 40 Thesen zur Musik im Märchen"( S. 242-252) versucht. Essteckt viel scharfe Beobachtung in manchen dieser Punkte, die grundsätzlich Wichti-ges formulieren, wie gleich die erste These: Musikinstrumente im Märchen sind Re-quisiten des Märchenzaubers und dienen, wie andere, Gaben, der Fortentwicklungder Handlung im Sinne des Helden. Sie haben keine unterhaltende Funktion."Leidecker bringt zunächst eine Einzeldarstellung der magischen Aufgabe der Mu-sik und ihrer Instrumente in den Volkserzählungen( Magischer Tanz, Schlafzauber,Liebeszauber, Stimmungswechsel, Heilung, Tod und Wiederbelebung Zauber-macht über Tiere- Musik als Zauberbann usw.), bietet dann einen Überblick überdas heute im Notenbild vorliegende europäische Material und analysiert endlichmorphologisch das Märchenlied.

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Man ist dankbar, auf diese Weise nun auch die sonst so verstreuten Melodien ver-eint vor sich zu haben, wenn man auch bedauert, daß es heute noch nicht möglich

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