Jahrgang 
86 (1983) / N.S. 37
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kunde, Ergänzungsheft IX. zum XIX. Jahrgang, Wien, 1913). Auch sind in der Bi-bliographie die Abhandlungen des österreichischen Forschers R. F. Kaindl nicht zufinden, die der Architektur der Huzulen( einer karpato- ukrainischen ethnischenGruppe) gewidmet sind( erschienen in den Mitteilungen der Anthropologischen Ge-sellschaft in Wien), ferner die Aufsätze ungarischer Ethnographen über die karpato-ukrainische und rumänische Architektur. Auffallend ist das Fehlen der klassischenArbeit von Br. Schier( Hauslandschaften und Kulturbewegungen im östlichen Mit-teleuropa. Göttingen 1966. Aufl. 2). Vergeblich suchen wir Angaben über das zu-sammenfassende Werk von Romulus Vuia( Die neuesten Ergebnisse der rumäni-schen Siedlungs- und Hausforschung. Kultur und Tradition, Bd. I. Budapest, 1960.S. 35-66) oder über das Buch von R. Capesius( Das siebenbürgisch- sächsische Bau-ernhaus. Bukarest, 1977). Schließlich entbehrt die Bibliographie Angaben über diekleinen Völker( Gagausen, Lippovaner, Dobrudscha- Tataren, Karakatschanen).Selbstverständlich vermag keine einzige Bibliographie vollkommen und exakt zusein, aber die angeführten Mängel sind doch auffallend. Wir sehen mit Interesse demnächsten Band über die Literatur des Hirtentums und der Viehhaltung entgegen.

Béla Gunda

Holzkirchen in den Karpaten. Die Fotografien Florian Zapletals ausgewählt undeingeleitet von P. R. Magocsi. Verlag W. Braumüller, Wien 1982, 176 Seiten,mit 240 Schwarzweißabb., 1 Karte, Text in Deutsch und Englisch.

Im Verlag W. Braumüller erschien im Jahr 1982 ein außergewöhnliches Buch. Esbeweist, daß man nicht gleich an Norwegen oder Nordrußland denken muß, wennvon sakraler Holzarchitektur die Rede ist. Leider wissen nur wenige, welche Schätzedieser Architektur noch in Europa( Rumänien, Polen, Ukraine, Tschechoslowakei)zu bewundern sind.

Das Buch präsentiert Teile einer Fotografiesammlung von Holzkirchen, die sichheute größtenteils im westlichen Teil der UdSSR befinden. Es ist ein Gebiet, daß frü-her zum Ungarischen Königreich gehörte und zwischen 1919 bis 1939 als ein Teil derTschechoslowakei unter dem Namen Karpatoruẞland bekannt wurde. Eine nichtübersehbare Anzahl dieser Kirchen befindet sich jedoch auch in der Ostslowakei( insgesamt ungefähr 50). Die heute meist griechisch- katholischen Kirchen sind dasKulturerbe jenes Volkes, das als Karpato- Russinen, Karpato- Ruthenen oder Karpa-to- Ukrainer bekannt ist.

Das Land und die unberührte Kultur seiner Einwohner weckten schon seit dem17. Jahrhundert intensiv das Interesse der Reisenden und dann das der Gelehrten.Zu einer richtigen Interessensexplosion der tschechischen Wissenschaftler, Journali-sten und Künstler für dieses Gebiet kam es nach der Eingliederung zur Tschecho-slowakei im Jahr 1919.

Einer dieser Entdecker war auch der Prager Journalist und KunsthistorikerFlorian Zapletal. Neben der Geschichte, Religion und Politik Karpatoruẞlands galtseine Vorliebe den Holzkirchen. Aus den mehr als 500 erhaltenen Glasplatten vonAufnahmen, die Zapletal zwischen 1919 und 1925 anfertigte, wurde dem Verfasserdieses Buches eine repräsentative Auswahl zur Verfügung gestellt.

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