Ihr letztes umfassendes Forschungsgebiet war die Tradition um Mutter und Kind.Daraus ergab sich die große Abhandlung„ Svangerskap og fødsel"( Schwangerschaftund Geburt, 1968), die auch als Festschrift zu ihrem 70. Geburtstag mit einer aus-führlichen Bibliographie erschien. Daran schließt an eine Arbeit über die erste Nah-rung des Neugeborenen und Hexenmilch( 1973), ein Artikel über die Dauer der Still-periode( 1976), über die Glückshaube( 1960), über Gelehrte Tradition von ange-borenen Fehlern( 1963) sowie über Täuflingstrachten in Österreich( 1967) u. a.
Viele ihrer Artikel basieren indes auf den Fragebögen von NEG. Sie behandelnThemen wie Wassertragen( 1953), Männerohrring( 1955, 1957, 1958), HeiratsfähigeJugend( 1963), Tierische Nachgeburt( 1968), Osterspeise und Ostereier( 1957, 1958)und Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen( 1968).
Lily Weiser- Aall ist eine ausgezeichnete Vermittlerin österreichischer Volks-kunde in Skandinavien und umgekehrt, eine„, Botschafterin“ der Gelehrsamkeit. Sieist reich an Ideen und ein leuchtendes Beispiel eines Gelehrten, der die großen undkleinen Klassiker von der Antike bis auf den heutigen Tag kennt.
Verzeichnis der wichtigsten Arbeiten von
Lily Weiser- Aall
1923
Jul. Weihnachtsgeschenke und Weihnachtsbaum. Eine volkskundliche Unter-suchung ihrer Geschichte. Stuttgart- Gotha 1927.92 S.
1926
Das Bauernhaus im Volksglauben( Mitteilungen der Anthropologischen Gesell-schaft in Wien 56, 1926, 1-15).
Germanische Hausgeister und Kobolde( Niederdeutsche Zeitschrift für Volkskun-de 4, 1926, 1-19).
Das Lebensmaß( Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien 56,1926, 305-308).
1927
Altgermanische Jünglingsweihen und Männerbünde. Bühl/ Baden, 1927. 94 S.Zur Kultur der Wikingerzeit( Niederdeutsche Zeitschrift für Volkskunde 5, 1927,193-201).
Das Bauernhaus in Tirol( Oberdeutsche Zeitschrift für Volkskunde 1, 1927,41-47).
1928
Über den Fisch im österreichischen Volksglauben( Oberdeutsche Zeitschrift fürVolkskunde 2, 1928, 147-148).
Zum Hexenritt auf dem Stabe. In: Festschrift für Marie Andree- Eysn. Beiträge zurVolks- und Völkerkunde( München, 1928, 64-69).
Das Haferopfer für das Pferd des Christkindes( Zeitschrift des Vereins für Volks-kunde in Berlin, 1928, 215-223).
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