besonders hervorzuheben sind. Man sieht einen Drehstern mit Krippe und einKrippentheater, mit denen die Salzachschiffer aus Oberndorf- Laufen herumzogen,um mit den dabei empfangenen Spenden ihre Not zu lindern. Besonders wertvollsind die beiden geschnitzten Krippen von Franz de Paula Hitzl( 1738-1819) undSohn, die noch ganz in der barocken Tradition der Schwanthaler Krippen stehen.Die eindrucksvolle, der Bogenberg- Madonna nachempfundene Skulptur„, Maria ge-segneten Leibes" und die schönen, alten„ Frautragbilder" sind. Zeugen des beson-ders in Salzburg gepflegten Adventbrauches. Neben der„ humoristischen" Weih-nachtskrippe von Carl Storch stellt aber zweifelsohne die große Heimatkrippe deshochbetagten Krippenkünstlers aus Saalfelden, Xandl Schläffer, die Attraktion derAusstellung dar. Eine Ausstellung, die den hohen Stellenwert der Weihnachtskrippeim Land Salzburg nachhaltig unterstreicht.
Franz Grieshofer
Lily Weiser- Aall 85 Jahre
Am 18. Dezember 1983 wird Lily Weiser- Aall 85 Jahre alt. Sie ist in Wien geborenund hat dort auch studiert. 1922 wurde sie zum Dr. phil. promoviert und 1927 hat siesich habilitiert.
Doch das Schicksal führte sie nach Norwegen. Sie heiratete den Philosophiepro-fessor Anton A. F. Aall( 1867-1943), welcher das Psychologiestudium in Norwegenbegründet hatte. 1946 wurde Lily Weiser- Aall Konservator am neuerrichteten,, Norsk Etnologisk Gransking", das sie bis zu ihrer Pensionierung weiter ausbauteund leitete. Norsk Etnologisk Gransking ist eine zentrale Institution mit der Auf-gabe, norwegisches volkskundliches Material mit Hilfe von Fragebögen einzu-sammeln.
1937 wurde sie in Det norske videnskapsakademiet i Oslo gewählt, und 1955 er-folgte die Berufung in die Kungliga Gustav Adolfs Akademien, Uppsala.
Sie war Schülerin des Wiener Germanisten Rudolf Much gewesen, und LeopoldSchmidt behauptet,„ das Hauptthema der ganzen Schule findet sich in der erstenArbeit von Lily Weiser, Altgermanische Jünglingsweihen und Männerbünde( 1927), angeschlagen".1) Mehrere Linien lassen sich in ihrer Verfasserschaft aufzei-gen: Ihr Interesse für Grenzgebiete zwischen Psychologie und Volkskunde führte zumehreren Arbeiten, u. a.„ Volkskunde und Psychologie"( Berlin 1937). Sie behan-delte dort das Verhältnis zwischen Eidetik und Sagenbildung. Überraschenderweisehat diese Abhandlung kaum Beachtung gefunden( vgl. die Artikel 1935, 1937, 1940,1947). Eine ihrer Arbeiten über religiöses Symbolerleben brachte ihr jedoch 1933 die,, Kongens Goldmedalie" der Universität Oslo( vgl. die Arbeiten 1933, 1934). Ihr er-stes Buch beschäftigte sich mit Weihnachten( 1923), ein Thema, mit dem sie sich invielen längeren oder kürzeren Artikeln weiterhin beschäftigte, vom ausführlichenLexikonartikel im Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens bis hin zu Bü-chern. So behandelte sie Spezialthemen, wie den Weihnachtsbaum( 1934, 1938,1953), das Weihnachtsstroh( 1953, 1954), den Weihnachtsmann und die Weihnachts-ziege( 1954) und Weihnachtskarten( 1958).
1) Schmidt, L.: Geschichte der österreichischen Volkskunde. Wien 1951, 131.
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