wenn man Knöpfe und Schließen usw. besonders gestaltete. So konnte gewissenSchließvorrichtungen auch der Wert eines Amuletts und Talismans, eines Symbolsund eines Statusabzeichens beigemessen werden; oder sie konnten als Zeichen derZugehörigkeit zu einer Gemeinschaft angesehen werden. Sie konnten aber auch ihreSchließfunktion aufgeben und zu rein ornamentalen Schmuckstücken werden.
Seit der Eröffnung am 12. Juni 1983 sind wiederum viele interessante Widmungenund Leihgaben von Museumsbesuchern eingegangen, die in drei zusätzlichen Vitri-nen untergebracht werden konnten.
Die Ausstellung, zu der auch ein bebildeter Katalog( 63 Seiten, Kleinoffset) er-schienen ist, wird noch im nächsten Jahr zu sehen sein.
Gudrun Hempel
Salzburger Weihnachtskrippen
Sonderausstellung im Österreichischen Museum für Volkskundevom 30. 11. 1983 bis 2. 2. 1984
Wie in den vergangenen Jahren öffnet das Österreichische Museum für Volks-kunde auch 1983 im Advent wieder seine Tore zur großen Krippenausstellung. Eshandelt sich dabei um die Präsentation eines beträchtlichen Teiles des wertvollen Be-standes an weihnachtlicher Kunst, den das Österreichische Museum für Volkskundebesitzt. Zusätzlich zu dieser ständigen Einrichtung konnten in den letzten Jahrenkleine Sonderausstellungen aus dem eigenen Bestand gezeigt werden.„ Vom Niko-laus zum Christkind Eine kleine Geschichte der weihnachtlichen Gabenbringer"und„, Puppen und Puppenhäuser" lauteten die Themen.
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Die diesjährige Ausstellung durchbricht nun die bisherige Praxis sowohl hinsicht-lich der Konzeption als auch des Rahmens. Erstmals werden nämlich nicht aus-schließlich Objekte aus dem eigenen Bestand, sondern Objekte eines anderenMuseums gezeigt. Über Vermittlung des Leiters der Salzburger Landesdelegation inWien, Dr. Heinrich Heller, und dank dem Entgegenkommen des Direktors,Senatsrat Dr. Albin Rohrmoser, ist es gelungen, einen Großteil der Krippen-sammlung des Salzburger Museums Carolino Augusteum nach Wien zu bekommen.Man erhält somit erstmals in Wien die Gelegenheit, sich einen Überblick über dasKrippenschaffen des Landes Salzburg vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart zuverschaffen.
Die Auswahl der Objekte besorgte Frau Dr. Christa Svoboda vom SalzburgerMuseum Carolino Augusteum, die auch einen Katalog zur Ausstellung verfaßte.Darin gibt sie einen kurzen Abriß über die Geschichte des Salzburger Museums undüber die wechselvolle Geschichte der Krippensammlung, die 1944 durch einen Bom-bentreffer fast zur Gänze vernichtet wurde. Durch die tatkräftige Sammeltätigkeitvon Frau Dr. Friederike Prodinger konnte die Sammlung aber wieder auf denbeachtlichen Umfang von ungefähr 100 Krippen, zahlreichen Einzelfiguren undArchitekturteilen gebracht werden. Über 50 Objekte sind davon in der Wiener Aus-stellung zu sehen. Sie zeigen die Vielfalt der Möglichkeiten, mit der das Weihnachts-mysterium zur Darstellung gelangt. Der Bogen reicht von 300 Jahre alten bekleide-ten Figuren bis zu modernen Keramikkrippen, unter denen der„ Krippenbaum“ vonLuise Spannring( 1894-1982) und die„, Chilenische Krippe“ von Irene Zomann
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