Jahrgang 
86 (1983) / N.S. 37
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hauben und Bänderhüte, Linzer Hauben, Salzburger Nebelstecher", Tiroler Fozzl-hauben, Pelzhauben, Filz- und Strohhüte bis hin zu den Vorarlberger Radhauben.Die Beispiele aus den Nachbarländern zeigen eine gleiche Vielfalt von Form undMaterial.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

,, Zumachen- Aufmachen"

Margot Schindler

Sonderausstellung aus der Schmucksammlung des Österreichischen Museums

für Volkskunde

Nach der erfolgreichen Ausstellung Schmuck aus Haaren( 1981–1983) läuftnun seit Juni vorigen Jahres in demselben Schauraum des Österreichischen Museumsfür Volkskunde eine weitere Sonderausstellung aus der umfangreichen Schmuck-sammlung des Museums unter dem Titel Zumachen- Aufmachen.

Unter diesem Motto wurden die verschiedensten Gewandverschlüsse ausgewähltund nach herstellungstechnischen Kriterien aufgegliedert. In den bereits bewährtenund gerade für Kleinobjekte geeigneten Vitrinen und Wandhängern werden ins-gesamt 128 Objekte beziehungsweise Katalognummern präsentiert, wovon wiederder größte Teil aus dem Bestand des Museums genommen werden konnte. Mit aus-gesuchten Leihgaben und datierten Mustertafeln aus dem Technischen Museum fürIndustrie und Gewerbe konnten Lücken gefüllt und zeitliche Zuordnungen unter-mauert werden.

Es zeigt sich, daß die Anzahl der Schließmechanismen im Bereich der Kleidungauf wenige Funktionsweisen beschränkt ist. Von der einfachsten Methode, demSchnüren mit Hilfe einer Nestel, und dem erst in jüngster Zeit erfundenen Reißver-schluß abgesehen, wurden Gewandteile vor allem mit Nadeln und Knöpfen zusam-mengehalten. Der Knopf war bereits in vorgeschichtlicher Zeit bekannt, wurde aberungefähr bis zum 15. Jahrhundert meist nicht als Verschluß benötigt, weil die lockerund lose fallenden Kleider viel bequemer und einfacher mit Nadeln und Fibeln zu-sammengehalten werden konnten. Die Nadel, bereits in der Bronzezeit bezeugt,wird dann später in der Tracht und Mode verwendet, um Tücher und Schürzen fest-zustecken. Hinzu kommen die diversen Schließen, Schnallen, Spangen und Haken,die meist nicht eindeutig unterschieden werden.

Viele unter ihnen dokumentieren, wie sehr der Mensch bestrebt war, den Ver-schluß immer wieder auch dekorativ zu gestalten. Die überwiegend dem 19. Jahr-hundert zuzuordnenden Objekte zeigen je nach wirtschaftlichem und sozialem Sta-tus des Trägers eine Vielfalt an Material und Herstellungstechniken. Daraus ergabsich eine Gliederung in folgende Gruppen: Filigranarbeiten; Treibarbeiten; gepreẞ-ter/ gestanzter Schmuck; gegossener Schmuck; gedrechselte Arbeiten; gepreẞteHornknöpfe und Sicherheitsnadeln. Eine achte und letzte Gruppe faẞt jene Ob-jekte zusammen, die durch Bearbeitung oder Verarbeitung eine gewisse Verfrem-dung und einen Funktionswechsel erfahren haben, so etwa eine Knopfcollage oderein zu einer Brosche umgearbeiteter Knopf. Innerhalb der einzelnen Gruppen bil-den jeweils die Knöpfe in ihrer ganzen Variationsbreite einen Schwerpunkt.

Über die Herstellungstechnik soll vor allem an Hand der Knöpfe die Entwicklungvom Kleiderverschluß zum Schmuckstück mit zeichenhaften Nebenaspekten aufge-zeigt werden. Es wird nicht immer nur die Freude am Ausschmücken gewesen sein,

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