Jahrgang 
86 (1983) / N.S. 37
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Chronik der Volkskunde

16. Internationales Hafner- Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschungin Höhr- Grenzhausen( 28. 10. bis 1. 11. 1983)

Zu diesem Treffen hatten sich zahlreich wie nie zuvor- zirka 70 Teilnehmer andiesem wichtigen und altberühmten Zentrum der Steinzeugproduktion eingefun-den. Sie kamen aus der BRD, der DDR, aus Österreich, der Schweiz, Ungarn undder ČSSR. Neben Volkskundlern, Museumsangehörigen und langjährigen, freien"Mitarbeitern, dem traditionellen Freundeskreis dieser Treffen, waren diesmal ver-mehrt auch Naturwissenschaftler( Chemie, Geologie, Mineralogie, Physik),( Mittel-alter-) Archäologen, Kunsthistoriker und Dozenten der in Höhr- Grenzhausen ansäs-sigen, keramisch orientierten Fach- und Hochschulen vertreten. Sicher ein Indiz fürdas zunehmende Interesse, das diese Fächer an historischen keramischen Erzeugnis-sen als Substrat wissenschaftlicher Untersuchungen nehmen! Die personelle Ver-knüpfung mit dem noch relativ jungen Fach ,, Archäometrie( Archäologie und Na-turwissenschaften) unterstreicht diese Entwicklung bei den Treffen des Arbeitskrei-ses, wobei stärker volkskundlich ausgerichtete Vorträge mangels entsprechenderReferatanmeldungen vergleichsweise selten zu hören waren. Die Ursache hierfürmag nicht zuletzt im mangelnden Interesse an Keramik als Forschungsobjekt in derVolkskunde im Hochschulbereich liegen.

Die Veranstaltung wurde offiziell am Samstag( 29. 10. 1983) durch Begrüßungs-worte von Landesrat Dr. Hein( Westerwaldkreis), Museumsdirektor A. Schmidt-Walguny( Keramikmuseum Westerwald) und W. Endres eröffnet. Am Vorabendhatte sich die Mehrzahl der Teilnehmer bei einem traditionellen Salzbrand vor einemder letzten noch in Funktion befindlichen alten Kannenbäckerofen getroffen( Fa.O. Blum/ J. Fest). Das dicht gedrängte Programm hatte zwei Schwerpunkte: Besuchder großen Steinzeug- Sammlungen mit Spezialführungen( KeramikmuseumWesterwald, Sammlung Rastal, Sammlung Spiegel, Sammlung Peltner) und wissen-schaftliche Vorträge: von insgesamt 16, meist einstündigen Referaten, beschäftigtensich allein 9 Beiträge mit der Geschichte des deutschen Steinzeugs. Der einführendeVortrag zeigte die weite Verbreitung von Steinzeug herstellenden Orten. Alleinzirka 15-18 namentlich ausführlich erwähnte Orte sind auf ausgewanderte Wester-wälder Töpfer zurückzuführen. In den anschließenden Referaten wurde dieser Ein-fluẞ jeweils genauer untersucht, wobei sich die Auswirkungen in einigen Fällen

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