Jahrgang 
86 (1983) / N.S. 37
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museen und wird in einer Liste auf die übrigen öffentlichen Museen in Stadt undLand hingewiesen. Ein Sachindex zum leichteren Aufsuchen bestimmter Objekt-gruppen sei als Wunsch für die nächste Auflage deponiert.

Franz Grieshofer

Olaf Bockhorn- Hermann Steininger, Museen und Sammlungen in Nie-derösterreich: Viertel unter dem Wienerwald. Selbstverlag des VerbandesÖsterreichischer Museen, Galerien, Schau- und Studiensammlungen, Museums-verband Pram,., 1. Aufl. 1981, 102 S., 1 Karte.

Die Dokumentation über die Museen und Sammlungen im Viertel unter dem Wie-nerwald unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von Gertrud Huemers Buch über,, Niederösterreichs Heimatmuseen". Da ist zunächst die sehr bescheidene Aufma-chung, die bei Uneingeweihten möglicherweise ein falsches Bild erzeugt. Tatsächlichliegt darin- abgesehen von den niedrigen Kosten- ein Vorteil. Man bleibt flexibelund kann in kürzeren Abständen Neuauflagen herausgeben, um die Veränderungender in einem ständigen Entwicklungsprozeß befindlichen Museen zu berücksichti-gen.( Es gibt inzwischen auch bereits die 3. Auflage!)

Im Gegensatz zu Gertrud Huemer verfügen die beiden Bearbeiter über einschlägi-ge Kenntnisse auf dem Gebiet des Museumswesens. Hermann Steininger war selbstvor Jahren als Kustos am. Landesmuseum tätig. Für den ÖsterreichischenVolkskundeatlas erarbeitete er eine Karte über die Volkskundlichen und fachver-wandten Museen und Schausammlungen, und darüber hinaus stellte er vieleMuseen publizistisch in der Kulturbeilage der Österreichischen Ärztezeitung vor.Olaf Bockhorn wiederum führte im Rahmen seiner Lehrtätigkeit an der UniversitätWien gemeinsam mit Studenten Erhebungen in den Museen durch. Daraus ergabsich auch für die Dokumentation eine Aufgabenteilung: Steininger erstellte die all-gemeinen Daten der Museen und Schausammlungen( Adresse, Rechtsträger, Öff-nungszeiten, Betreuer usw.), die Sammlungsgeschichte und das Literaturverzeich-nis, Bockhorn verfaßte den Überblick über den Museumsbestand. Berücksichtigtwurden- wieder im Gegensatz zu Gertrud Huemer- nicht nur die Heimatmuseen,sondern alle Museen und Sammlungen, soweit sie derzeit zugänglich sind oder es inBälde sein werden. In diesem Band( Nr. I) allerdings nur jene des Viertels unter demWienerwald, wozu man sich aus Gründen der Benützbarkeit und Handlichkeit ent-schlossen hat.( Die Bearbeitung der weiteren Viertel Niederösterreichs soll wegender großen Zahl an Museen und Sammlungen ebenfalls gesondert erfolgen.) Warumaber die Erstellung eines Orts-, Personen- und Sachregisters bewußt" auf den 4.Teil aufgespart wird, ist aus eben diesen Gründen uneinsichtig.

Eine Übersicht über die Museen und Sammlungen kann und soll nicht den einzelnenMuseumsführer ersetzen. Bei der Beschreibung des Bestandes ist man aber vielleichtdoch zu sehr bei Oberbegriffen( Urgeschichte, Römerzeit, Mittelalter) hängenge-blieben. Für den Spezialisten und vor allem im Hinblick auf das in Aussicht gestellteSachregister wären detailliertere Angaben wünschenswert, wogegen die Hinweiseauf den Sammlungsumfang, auf Räumlichkeiten und Ausstellungsfläche einen gutenEindruck von der Größe und den Möglichkeiten der einzelnen Museen bieten. Be-sonders die ausführliche Darstellung der Sammlungsgeschichte ist sehr zu begrüßen.Der Museologe ist für diese mühsame Arbeit jedenfalls sehr dankbar und würde sich

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