Literatur der Volkskunde
Laographia, Bd. 32( Athen 1979-1981). S. 626, 25 Abb.
Der neue Band des traditionsreichen Organs der Griechischen VolkskundlichenGesellschaft liegt, in einigermaßen voluminöser Form, das Triennium 1979-1981deckend, nach einiger Verspätung erst Anfang 1983 erschienen, nun doch vor. DieFülle und Vielfalt der Beiträge, die Wiederaufnahme des traditionellen Abschnittes„ Miszellen“, in dem kleinere Nachrichten und Materialbeiträge zum Abdruck kom-men, sowie ein umfangreicher Besprechungsteil, in dem diesmal auch südosteuro-päische Beiträge ausreichend berücksichtigt sind, entschädigt reichlich für das verzö-gerte Erscheinen. Traditionelle wie moderne Themenstellungen halten einander dieWaage, Feldforschung und Theorie. Der Band erscheint auch im Zeichen zweier Ju-biläen: 70 Jahre seit dem Erscheinen des ersten Bandes 1909 und 60 Jahre seit demTod ihres Begründers, Nikoalos Politis.
Der erste Beitrag stammt vom Direktor des Pariser Musée de l'Homme, JeanGuiart, und stellt den Abdruck einer Rede in Athen dar, mit dem Titel:„, Ethnogra-phie et Méthode de terrain"( 1-13), in dem sich der französische Forscher sehr allge-mein mit Feldforschungsmethoden von Malinowsksi bis Lévi- Strauss auseinander-setzt. Es folgt ein unveröffentlichter Brief von Nik. Politis( 14-17) sowie eine Studiezu einem„, Hekatalog" aus Naxos 1911 vom Präsidenten der Volkskundlichen Gesell-schaft, Demetrios Lukatos( 18-26); solche Versdialoge( chansons de cent mots) hat-ten schon D. C. Hesseling und Hubert Pernot 1913 in ihren„ Erotopaignia" erstmalsinternational vorgestellt. Es folgt eine Sammlung messenischer Volkslieder( Pelo-ponnes) von D. A. Tsiribas( 27-56) sowie ein komparativer Beitrag über die ,, Web-kunst in der Dobrutscha" von Marina Marinescu( 57-78). Die darauffolgende Stu-die von I. K. Papageorgiu über„ Das Alter in der Volkserfahrung“ stellt diesbezügli-che griechische Sprichwörter zusammen( 79-95). Der nächste Artikel, über Disti-chen und Graffiti sowie andere Aufzeichnungen der Jungrekruten im Luftwaffen-ausbildungslager Araxos auf der Peloponnes, von G. Antonakopulos( 96-116), be-reichert die nun schon stattliche Spezialbibliographie zur griechischen Militärvolks-kunde. ,, Volkstümliche Veterinärmedizin in Neochori im Raum Nafpaktos“ ist derTitel des folgenden Beitrags von Dem. Furlas( 117–133), der mit Viehkrankheitenund Heilpraktiken bekanntmacht. Es folgt dann der Abdruck eines Referats beim II.International Sephardic Symposium in San Diego, Univ. of California, von SamuelG. Armistead, über„ Greek elements in Judeo- Spanish traditional poetry"
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