Kommunikation zwischen den einzelnen Archiven und ihren Bearbeitern. EinenBeitrag zu einer diesbezüglichen Verbesserung hat das Symposium sicherlich gelei-
stet.
Sämtliche Referate und Berichte liegen als Manuskript bereits vor und sollenschon in nächster Zeit vom Institut für Gegenwartsvolkskunde veröffentlicht wer-den.
Eva Kausel
Probleme der Gegenwartsvolkskunde
Bericht über die Österreichische Volkskundetagung 1983
Vom 11. bis 14. Mai fand in Mattersburg im Anschluß an das 1. InternationaleSymposium des Instituts für Gegenwartsvolkskunde der Österreichischen Akademieder Wissenschaften die Österreichische Volkskundetagung 1983 statt. Zunächst darfhier festgestellt werden, daß sich die Konzentration zweier wissenschaftlicher Ver-anstaltungen bewährt hat, ersparte sie doch den Teilnehmern in unserer ohnehinkongreẞüberladenen Zeit die Jagd von einer Veranstaltung zur nächsten. Außerdembot sich für das Thema„, Probleme der Gegenwartsvolkskunde" wohl kaum ein ande-rer Ort so gut an wie Mattersburg, wo seit 1976 die Arbeits- und Präsentationsstelledes vor 10 Jahren gegründeten Instituts für Gegenwartsvolkskunde ihren Sitz hat.Als Veranstalter der sehr gut organisierten, von weit über 100 Teilnehmern be-suchten Tagung traten diesmal der Österreichische Fachverband für Volkskunde,das Institut für Gegenwartsvolkskunde und der Verein für Volkskunde auf.
Wie weit das Spektrum der Gegenwartsvolkskunde reicht, zeigten dann auch ins-gesamt 14 Referenten aus 5 Ländern.
In einem als öffentlicher Vortrag ausgeschriebenen Referat nahm MartinScharfe einleitend zur Volkskultur der Straße Stellung. Er stellte im Sinne einesVorurteils der Gesellschaft bewußt die Frage in den Raum, ob denn die Straße nichtdas Paradeexempel für Unkultur sei?- etwa im Sinne von Begriffen wie„,... aufdie Straße setzen... Straßenjunge usw. Berechtigterweise befürworteteScharfe die Auseinandersetzung mit diesem Problemkreis und dies nicht etwa imSinne von Unkultur! Der Referent zeigte anschließend am Beispiel der Pariser Stra-Ben des 19. Jahrhunderts deren ursprüngliche Okkupation und wies auf die Bedeu-tung der Straße als Stätte politischer Auseinandersetzungen hin. Bedeutsam ist zwei-fellos auch sein Hinweis, daß man„ politisch kulturelle Ziele nicht aus der wissen-schaftlichen Betrachtung ausklammern dürfe“.
Die eigentliche Arbeitstagung eröffnete Klaus Beitl mit einem Grundsatzreferatzum Thema„ Gegenwartsvolkskunde- Arbeitsfeld und Methoden". Er zeigte amBeispiel des Mattersburger Institutes, dessen geschäftsführender Direktor er ist,welche Dimensionen die Gegenwartsvolkskunde hat. Er ging unter anderem vonLeopold Schmidts Definition von der„, Wissenschaft vom Leben in überliefertenOrdnungen“ aus und versuchte, Unterschiede und Gemeinsamkeiten der histori-schen Volkskunde und der Gegenwartsvolkskunde herauszuarbeiten. Als profunderKenner der französischen Volkskunde nahm er besonders darauf Bezug.
175