Jahrgang 
86 (1983) / N.S. 37
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5.2. Mirakelkatechese

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts förderte für die Marianische So-dalität in Köln der dortige Verleger Gualterius das Werk des Je-suiten Johannes Bonifatius De Divae Virginis Mariae Vita etMiraculis libri quinque, Köln 1610 und 1628, zuvor in Paris 1605unter anderem Titel erschienen und empfohlen zum öffentlichenPredigtgebrauch sowie für die Privatlektüre. Auch spätere Titelähnlicher Art gehören hierher, wie das Chronicon SS. DeiparaeVirginis Mariae" des Coelistiners Benedikt Gononus, dessen er-ster von drei Teilen ,, Vita et Miracula Deiparae umfaßt: Lyon 1637.

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Für die Erzähltradition wichtig gewordene Mariologien des17. Jahrhunderts waren der oben als Quelle genannte italienischeJesuit Pietro Antonio Spinelli mit Maria Deipara Thronus Dei( Neapel, 1613), zu Köln 1619( und 1663 nochmals aufgelegt), des-sen Appendices( 1618!) für unseren Zusammenhang besonders in-teressant sind und als typisch gelten dürfen mit Tractaten über dasAve, über die Feste und Kirchen, besonders aber jener reine Er-zähltractat Nr. 2: Exemplorum et Miraculorum Deiparae. Desweiteren sind zu nennen der Jesuit Christoph de Vega mit seiner, Theologia Mariana, Lyon 1653 und 1671, sowie der Deutschspa-nier Eusebius Nieremberg, ebenfalls Jesuit, mit Trophaea Ma-riana Exquisitissimis Sanctorum Patrum sententiis, rarissimis histo-riis, selectissimis moralis Doctrinae praeceptis ac per eius simulacraperpetratis miraculis, Antwerpen 1658, eine bezeichnende Rei-henfolge aller rhetorischen Argumentationsmaterien dieser Zeitwie bei melanchthonisch geschulten Protestanten: Autoritätenaus-spruch, historisches Geschehen, moralischer Grundsatz; in umge-kehrter Reihenfolge formuliert: Das Gebot( praeceptum) mit demBeispiel der Sentenz und der Historia als in der Geschichte verwirk-licht aufgewiesen. Im katholisch- marianischen Zusammenhangkommen noch die Gnadenbildwunder hinzu als verdinglichte Zeug-nisse des Wahrheitsbeweises, und sie wachsen ins Zentrum der Ar-gumentation.

Die 2. Jahrhunderthälfte wird auf unserem Felde von den zahlrei-chen Werken des römischen Chorherrn Hippolyt Marracci ge-prägt, der nochmals apostolische Quellen 1643 bereitstellte und zuRom 1648 einen bibliographischen Versuch Bibliotheca Mariana"herausgab sowie viele andere Schriften dieser Art, so daß schlieẞ-lich posthum seine 18bändigen Opera zu Köln 1683 und in vollemUmfang 1727 nochmals herauskamen unter dem Titel, PolyantheaMariana". Hier wird mit Blütenlese ein seit dem 16. Jahr-

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