Jahrgang 
86 (1983) / N.S. 37
Einzelbild herunterladen
 

denster Ethnien im tiefsten Grunde Veränderungen revolutionärer Art doch nichtsehr offen steht. Vielleicht läßt er gerade im Falle der( zumeist doch leidenden")Frau auch theoretisch mögliche Ansätze eben nicht so leicht wie anderswo wirk-sam werden.

Auf jeden Fall wird man sich, selbst wenn da und dort in diesem Bande nur An-sätze gegeben sind, Entwicklungsmöglichkeiten des Dynamischen innerhalb einesoffenkundig besonders stark bewahrten, als nicht so sehr aufgebenswert empfun-dene ,, Statischen einer Lage der Frau im pannonischen ländlich- bäuerlichen Um-grunde angedeutet werden, über solch ein recht verschiedenartiges als, Quellen"ausschöpfendes wissenschaftliches Unternehmen freuen.

Leopold Kretzenbacher

Franz Grieshofer, Volkswandern in Österreich. Mitteilungen des Instituts fürGegenwartsvolkskunde, Nr. 11, in: Anzeiger der phil.- hist. Klasse der Öster-reichischen Akademie der Wissenschaften, 119. Jg., 1982, S. 42-53.

Das Wandern ist nicht mehr nur ,, des Müllers Lust", sondern hat seit gut 10-15Jahren als neue Bewegung breite Kreise der Bevölkerung mitgerissen.

Diesem auffallenden Phänomen hat Franz Grieshofer eine kleinere, aber in-haltsreiche Arbeit gewidmet und dabei u. a. Fragen wie Ursache, Organisationbzw. Durchführung, weiters Beweggründe bei Veranstaltern und Teilnehmern be-handelt. Die Arbeit bezieht sich vorwiegend auf die organisierten Wandertageoder Volksmärsche, welche jedoch im Gefolge weitere Wanderbewegungen bzw.Aktivitäten gebracht haben. Gerade durch die interessante und mehrschichtig ver-zweigte Materie sowie die anschauliche Darstellung wird aber beim Leser derWunsch nach einer eingehenderen Behandlung geweckt. Auch der Titel Volks-wandern" würde erlauben, die einzelnen Möglichkeiten des Wanderns zu analy-sieren und einzuordnen.

Manches konnte in der überblickshaften Darstellung nur angerissen werden, et-wa die stark einheitliche Kleidung der Teilnehmer, die Bedeutung der Medaillen( wobei es auch aufschlußreich wäre, die Darstellungsinhalte aus volkskundlicherSicht zu beleuchten), das Verhältnis zu früheren Wallfahrten bzw. Hottergängenoder die Verbindung mit Kulturwanderwegen bzw. Lehrpfaden.

All dies tritt jedoch im Hinblick auf die Wichtigkeit, einen neu entstehendenBrauch zeitgerecht zu erfassen und aufzuarbeiten, in den Hintergrund.

Monika Habersohn

-

Ilka Peter, Das Ranggeln im Pinzgau und verwandte Kampfformen inanderen Alpenländern. Hrsg. von der Salzburger Heimatpflege HaraldDengg und Rotraut Acker- Sutter, Salzburg, Verlag der Salzburger Drucke-rei, 1981, 184 S., 137 Schwarzweißfotos, 7 Farbfotos, 20 Abb.(= Schriftenrei-he der Salzburger Heimatpflege, 3. Band).

Der Zugang zu diesem Thema ergab sich für Ilka Peter bei der Erarbeitung ih-res inzwischen zum Klassiker gewordenen Buches über Gaßlbrauch und Gaẞl-

86