Abschnitten( entsprechend den neun Bundesländern), thematisch in jeweils 15Abschnitten( von„ Suppen und Suppeneinlagen“ bis„ Haustrunk“) an. Leider,und das ist eigentlich meine einzige echte Kritik an dem Buch, fehlt eine Zusam-menstellung der benützten Literatur, und die Quellenangaben im Text sind un-vollständig und vielfach unzureichend. Wenn man schon, der leichteren Lesbar-keit wegen und um den Textfluß nicht allzuoft und auch nicht allzulang zu unter-brechen( wofür ich Verständnis habe), Quellenangaben in Auswahl und z. T.auch stark verkürzt macht, dann darf auf keinen Fall ein Gesamtverzeichnis derbenützten Primär- und Sekundärquellen sowie eine Zusammenstellung der ver-wendeten Abkürzungen fehlen.
Es ist völlig klar, daß ein erstes großes Überblickswerk über die Kost„ auf demLande“ überhaupt nur durch Kompilation aus schon vorhandenen Arbeiten ent-stehen konnte. Diese Feststellung gilt natürlich für die Vergangenheit in besonde-rem Maße, aber auch weitgehend für die Gegenwart, denn eine Materialerhebungmittels Feldforschung wäre ein langfristiges Projekt für ein ganzes Team. So muẞ-ten Stichproben die systematische Direkterhebung als Methode andeuten und teil-weise besondere Glanzlichter aufsetzen.
Das Hauptverdienst von Franz Maier- Bruck wird bei Ansicht und Durchsichtdes umfang- und inhaltsreichen Bandes ganz deutlich: Das„ Essen auf dem Lan-de" ist die erstmalige überblicksmäßige Darstellung der traditionellen Kost inStadt und Land in Österreich, mit ausreichenden Wort- und Sacherklärungen( man merkt die germanistische Ausbildung des Autors), kulturhistorischen Infor-mationen und überprüften( d. h. nachgekochten) Rezepten, denn Maier- Bruckwendet sich nicht nur, ja nicht einmal vorrangig an Volkskundler bzw. ein wissen-schaftliches Fachpublikum, sondern an alle kulinarisch Interessierten. Wer vondiesen mehr praktisch als theoretisch unterrichtet sein will, bekommt dennoch vielHintergrundinformation mit. Auch dieses volksbildnerische Verdienst des Werkessei gebührend herausgestrichen. Für den Fachmann stellt das Buch ein hochwill-kommenes Nachschlagewerk dar, das über Details informiert und den oft notwen-digen schnellen ersten Überblick bietet.
Das ,, Essen auf dem Lande" legt Zeugnis ab vom Fleiß und der Gewissenhaftig-keit der Arbeit Franz Maier- Brucks. Nicht zufällig heißt es in den Zeilen„ ZumTod von Dr. Franz Maier- Bruck" von Monika Baar( Pressedienst der Buchge-meinschaft Donauland, Wien, wo Franz Maier- Bruck Lektor war):„ Die Arbeitwar für ihn der einzige Weg, sich seinen Mitmenschen mitzuteilen, nur hier war erzu erreichen.“ Über die Ergebnisse seiner Arbeit, seine Bücher, erreicht FranzMaier- Bruck uns, auch über seinen Tod hinaus; das ist ein tröstlicher Gedanke.Edith Hörandner
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Keramische Bodenfunde aus Wien, Mittelalter Neuzeit, 8°. 227 Seiten mit 16Farbabbildungen, 6 Tafeln, 5 Formentafeln und 453 Objektphotos. Eigenverlagder Museen der Stadt Wien, Wien o. J.( 1982).
Forschungsgeschichtlich wäre es interessant festzustellen, wann in Wien vonmusealer Seite mit dem Sammeln von mittelalterlicher und neuzeitlicher Keramikbegonnen wurde. Es ist anzunehmen, daß dies schon unter Friedrich von Kennerund J. Nowalski de Lilia eingesetzt hat. Als ich 1937 meine Arbeiten am
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