lagen.( Ich möchte die Aufmerksamkeit auf das schwedische Jahrbuch Kulturen,Band 1960, lenken, eine wichtige Quelle der Kindervolkskunde.)
Béla Gunda
Franz Maier- Bruck, Vom Essen auf dem Lande. Das große Buch der öster-reichischen Bauernküche und Hausmannskost, Wien 1981.
Zu Ostern des Vorjahres gestaltete ich für Schloß Walchen eine Ausstellungüber die österreichische Volksnahrung. Zur Eröffnung gab es nicht nur meinenVortrag, sondern auch eine Präsentation des Buches„ Vom Essen auf dem Lan-de" durch den Autor Franz Maier- Bruck. Bei dieser Gelegenheit schrieb er mirzur Widmung in mein Exemplar noch die scherzhaft- ernste Bitte, bei der Rezen-sion ,, nachsichtig- wohlwollend" zu sein. Das Buch hat für eine gute Beurteilungwohlwollende Nachsicht nicht nötig, es ist ein gutes Buch. Leider kann ich es demAutor nicht mehr mitteilen, denn seit dem 7. Mai 1982 ist Franz Maier- Bruck tot,verstorben an den Folgen eines Herzinfarktes, der ihn bei der Arbeit im Büroereilte. Die Besprechung seines Buches ist von diesem Ereignis aber nur insofernbeeinflußt, als sie nun auch seinem Gedenken gewidmet ist.
Der aufschlußreiche Untertitel des Buches lautet„ Das große Buch der öster-reichischen Bauernküche und Hausmannskost", und das ist mehr als bloß das„ Es-sen auf dem Lande“.„ Hausmannskost" kann die Kost in Stadt und Land, bei armund reich, hoch und niedrig sowie beim sogenannten Durchschnittsbürger undMittelstand bedeuten.( Das Wort wurde im 16. Jahrhundert geprägt und ist eineBildung zu„ Hausmann" im Sinn von„ Hausvater“;„ Hausmannskost" bedeutetedemgemäß„ Nahrung, wie sie ein Hausvater den Seinen bereiten läßt“, ein Wort-sinn, der noch heute nicht gänzlich überholt ist, da Geschmack und Geldbeutelimmer noch entscheidend die Kost mitbestimmen).
Franz Maier- Bruck legt in seinem Vorwort dar, daß der Plan zu diesem Buchwährend seiner fünfjährigen Arbeit am vorangegangenen„ Großen Sacher Koch-buch"( 1975), mit dem er die„ bürgerliche Küche Altösterreichs“ umreißenwollte, entstanden sei, weil er dabei die Überzeugung gewonnen hätte,„ daß gera-de in Österreich von höherer' Kochkunst nicht gesprochen werden kann, ohnedie Bauernküche und Hausmannskost dieses Landes zu erforschen". Diese Aussa-ge gilt wohl generell, denn überall stehen bürgerliche und bäuerliche, feinere unddeftigere usw., aber auch regionale und überregionale Küche in Wechselbezie-hung zueinander. Im Hinblick auf das in Rede stehende Buch sei aber doch einewichtige einschränkende Anmerkung gemacht: Der„ bürgerlichen Küche Alt-österreichs" im Sacher Kochbuch ist im„ Essen auf dem Lande" nur der Bereichder heutigen Republik Österreich gegenübergestellt. Diese entscheidende Redu-zierung ist sicherlich primär in äußeren Umständen wie Zugänglichkeit der Quel-len, Feldforschungsmöglichkeiten, tragbarer Buchumfang u. ä. zu suchen. Reisenauf dem Territorium des alten Österreich sind, auch wenn man hauptberuflichnicht den größten Teil eines Jahres an einen Ort gebunden und finanziell dazu inder Lage wäre, heute nicht mehr ohne weiteres zu bewerkstelligen.
Franz Maier- Bruck sammelte sein Material- aus Büchern und von Gewährs-
personen im heutigen Österreich und ordnet das Ergebnis regional in neun
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