Jahrgang 
86 (1983) / N.S. 37
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Radmannsdorf in Gorenjsko/ Oberkrain( Slowenien/ YU) gegenüberzustellen.Eine dritte Gruppe von Beiträgen befaßt sich mit der Organisations- und Konser-vierungsproblematik in( polnischen) Freilichtmuseen( S. 268-298); ihr folgt einepolnische museumskundliche Bibliographie und ein Adreẞverzeichnis der bisheri-gen 37 Freilichtmuseen Polens. Der Band wird nicht nur für den Ausländer, Laienund Museumsbesucher hilfreich sein, er wird selbst den Ansprüchen des Fachmu-seologen und vom aufbereiteten Material her dem Interesse einer verglei-chenden Volkskunde in Europa entgegenkommen und ist wohl das besondereVerdienst von Jerzy Czajkowski.

Oskar Moser

Leena Sammallahti, Suomalainen kansanomainen jalaskehto( Die finni-sche volkstümliche Kufenwiege). Kansatieteellinen Arkisto, Bd. 31. Hel-sinki 1980. 269 S.

Bereits gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts ist eine Abhandlung vonR. Karutz über Ursprung und Formen der Kinderwiege erschienen( Globus,Bd. 75. 1899)- ein Thema, welches in der volkskundlichen Literatur seither häu-fig behandelt wurde. Ein aufschlußreiches Dokument dieser Tätigkeit ist das Buchvon L. Sammallahti über die finnischen Wiegen, welches einen Einblick in Wör-ter und Sachen sowie die kartographische Methode der Finnen gewährt. EineKinderwiege wird von S. Sammallahti ebenso in Elemente aufgeschlüsselt undanalysiert wie ein Volksmärchen von den klassischen finnischen Folkloristen. Zu-gleich werden aber auch die Beziehungen dieses Möbelstückes zur Mutter undzum Kind sowie seine Stellung in der gesellschaftlichen Umwelt erörtert. Bei denFinnen sind die querschwingenden und längsschwingenden Kufenwiegen bekannt.Die ersteren wurden durch die Schweden verbreitet, während die Verbreitung derletzteren vermutlich von der westfinnischen Stadt Kokkala und Umgebung aus-ging, wo sich viele ausländische Kaufmannsfamilien niedergelassen haben. DieUrsprünge einiger Familien führen nach Norddeutschland. Freilich ist auch beidiesem Wiegentyp die schwedische Kulturwirkung in Betracht zu ziehen. Im17. Jh. wurden Wiegen auch aus Schweden importiert, wie dies auch durch Zoll-tarife bezeugt wird. Die Kufenwiegen sind zu verschiedenen Zeiten nach Finnlandgelangt, wie dies durch den Umstand belegt wird, daß sie den jeweils zeitbeding-ten Stil( Gotik, Renaissance, Barock, Rokoko usw.) bewahrt haben. Die Finnenbenützten ursprünglich die verschiedenen Hängewiegen( Tuch-, Leder-, Kasten-,Korbwiege). Bereits Br. Schier lenkte unsere Aufmerksamkeit darauf: Nord-und Osteuropa sind von dem Kulturkreis der Hängewiege erfüllt, der einst tief indas ostelbische Deutschland und bis ins Vogtland hineinragte." Diese Behauptungwird noch durch folgendes ergänzt: Bei den Finnen und anderen finnisch- ugri-schen und turkotatarischen Völkern liegt das Neugeborene in einer Hängewiegeoder in einem Korb, der aufgehängt oder von der Mutter am Rücken getragenwird."( Br. Schier, Hauslandschaften und Kulturbewegungen im östlichen Mittel-europa. 2. Auflage. Göttingen 1966. S. 397-398.) Außer dem Buch von Br.Schier möchten wir noch zwei weitere Arbeiten über die Kinderwiege erwähnen,eine in slowakischer, die andere in tschechischer Sprache erschienen:

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