steirischen Ennstal und im Ausseerland" beschreibt Roswitha Stipperger. HelgaHarter stellt„ Alte Leibchenformen im Südosten Österreichs" zusammen. GundlHolaubek- Lawatsch nützt die Gelegenheit, sich mit ihrem Beitrag über„, AloisSchupfer, ein Ennstaler Musikant, und seine, Notenschrift““ bei K. Haiding fürdie Übermittlung der Notenhefte zu bedanken. Sie entschlüsselt darin nicht nurdie eigenartige Notation, sondern sie zeichnet auch das Lebensbild dieses Ge-brauchsmusikers samt seinem Repertoire nach. Für den Erzählforscher hat Leo-pold Kretzenbacher ein spezielles Thema parat:„ Ahasver in der Steiermark“.L. Kretzenbacher zeigt, daß das Motiv vom Ewigen Juden wahrscheinlich überdas Volksbuch auch in der Steiermark beim einfachen Volk bekannt war. Er gehtden möglichen Ursprüngen nach und verfolgt das Motiv in der Hochdichtung, dasin der Steiermark durch den Cillier Gymnasialprofessor Johann Gabriel Seidl, vorallem aber durch Robert Hamerlings Ependichtung„ Ahasver in Rom" begeister-ten Eingang fand und das, wie wir wissen, auch auf Peter Rosegger nicht ihreWirkung verfehlte. Elfriede Grabner untersucht ein Holzrelief, das unter derBezeichnung„ Heilige Sippe" im Steirischen Volkskundemuseum inventarisiertwurde. E. Grabner kann dazu nicht nur die graphische Bildvorlage beibringen,sondern sie öffnet auch den Zugang zu diesem Bild. Es handelt sich um ein apo-kryphes Bildmotiv, die Trinubiumslegende, die besagt, daß Anna, die Mutter Ma-rias, dreimal verheiratet gewesen sei. Das Motiv von der„ Beraubung der schein-toten Frau" durch räuberische Menschen nimmt Günter Jontes zum Anlaß einerAbhandlung über das Problem des Scheintodes. Er bringt dazu eine Menge litera-rischer Beispiele bei, die auch als Quelle für die Sitte der Schmuckbeigabe ange-sehen werden können. Abschließend beschäftigt sich Elisabeth Katschnig-Fasch mit Johann Christian Andreas Fyrtag, der mit seinem Werk„ Die treueSteyermarkt" ein Dokument der aufbrechenden Wissenschaftlichkeit des 18. Jahr-hunderts liefert.
Einen herzlichen Glückwunsch an Prof. Haiding zu dieser Festschrift und eindickes Lob an die Herausgeber, die damit die„ Schriftenreihe des Landschaftsmu-seums Schloß Trautenfels am Steiermärkischen Landesmuseum Joanneum“ eröff-
nen.
Franz Grieshofer
Etnološki Prilozi 1, hrsg. v. Durdica Palošija. Odsjek za Etnologiju Filosofs-kog Fakulteta Sveučilišta u Zagrebu- Zagreb 1978, 307 Seiten mit zahlreichenAbbildungen, Zeichnungen und Karten.
Der stattliche und ungemein inhaltsreiche Band dieser neuen Reihe der Abtei-lung für Ethnologie an der Universität Agram enthält 17„ Ethnologische Beiträ-ge", die dem großen und hochverdienten Forscher Jugoslawiens Professor Milo-van Gavazzi( Zagreb) von seinen Schülern gewidmet sind und ein deutlichesSpiegelbild seines vielseitigen Wirkens und Weiterwirkens und seiner vergleichen-den Forschungsmethoden ergeben. Als solche bedeuten sie ohne Zweifel aucheinen Gewinn und Zuwachs nicht bloß an neuem Material, sondern auch an Er-kenntnissen für die europäische Volkskunde und verdienen es daher, von dieserentsprechend registriert zu werden. Behandelt werden sowohl Probleme und Spe-zialthemen der materiellen Volkskultur Kroatiens als auch spezifische Fragen
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