Literatur der Volkskunde
Volkstümliches aus dem steirischen Ennsbereich. Festschrift für Karl Hai-ding zum 75. Geburtstag, herausgegeben von Volker Hänsel und Sepp Wal-ter, Liezen 1981, 332 S., zahlr. Abb., Zeichnungen und Pläne(= Schriftenrei-he des Landschaftsmuseums Schloß Trautenfels am Steiermärkischen Landes-museum Joanneum, Band 1).
Mit dieser Festschrift präsentieren Freunde und Schüler dem Gründer desLandschaftsmuseums Trautenfels, Karl Haiding, die Ernte seiner unermüdlichenForschertätigkeit und seiner langjährigen, mühevollen Museumsarbeit. Sie enthältnicht nur die vorläufige Summe einer Persönlichkeit, deren äußerst bewegtesSchicksal- unterstützt mit einprägsamen Bildern- Sepp Walter darlegt und dieVolker Hänsel mit der verdienstvollen Zusammenstellung der Bibliographiesichtbar macht, sondern sie tritt uns auch in fast jedem der 25 Beiträge entgegen,die weitgehend auf den wissenschaftlichen und sammlerischen Vorarbeiten des Ju-bilars basieren. Die Ergebnisse kann er nun mit Stolz in seinen„ Ennshof“ einfah-
ren.
Da sind einmal„ Ennstaler Notizen", die einen guten und lehrreichen Einblickin die frühe Arbeitsweise von Hanns Koren geben, für den der Notizblock einunentbehrlicher Begleiter war. Auf einer der Seiten findet sich der Schwarzlech-ner- Stadel in der Fleiß aus dem Groß- Sölktal skizziert, der ,, inzwischen be-rühmt geworden"- nun im Freilichtmuseum in Stübing steht. Hier schließt Vik-tor Herbert Pöttler mit einer eingehenden Untersuchung über„ Das Rauchstu-benhaus, Laarer' aus St. Nikolai im Sölktal im Österreichischen Freilichtmuseum"an. Sie enthält eine grundsätzliche Erörterung der Rauchstuben- Frage, wobeiPöttler die Verdienste K. Haidings für die Hausforschung des Ennstales hervor-hebt, der im Gegensatz zu V. Geramb noch zahlreiche Belege von Rauchstuben-häusern erbringen konnte. Auch der„ Laarer" kam über Vermittlung von K. Hai-ding ins Freilichtmuseum. Elfriede Lukas bringt anschließend einen weiteren Be-weis für das Vorhandensein von Rauchstubenhäusern.„ Der, Moar zu Riedla' inDonnersbachwald. Eines der letzten Rauchstubenhäuser des Bezirkes Liezen"läßt sich seit dem 14. Jahrhundert nachweisen. Die Autorin plädiert dafür, diesesinteressante Objekt mit„ gotischen" Elementen und Bauteilen, die aus dem Endedes 16. Jahrhunderts stammen, zu erhalten. Margarethe Aigner kann das harteLeben einer„, Brentlerin“ nur mehr in einem Bildbericht aus dem Jahr 1943 doku-mentieren, da die Steinfeldalm bereits aufgelassen wurde.
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