Jahrgang 
86 (1983) / N.S. 37
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Geschichte und wurde 1947 wie sein Vorgänger Otto Lauffer in Personalunion Di-rektor des Museums und ordentlicher Professor für Deutsche Altertums- undVolkskunde. In diesem Doppelamt hat er die organisatorisch nachhaltige wie wis-senschaftlich konturierte Aktivität entfaltet, die seine Persönlichkeit seitdemkennzeichnet. Der Wiederaufbau des Museums in den frühen Nachkriegsjahrenerforderte große Anstrengungen und wird immer mit seinem Namen verbundenbleiben. Gleichzeitig widmete Walter Hävernick sich intensiv der Wiederaufnah-me wissenschaftlicher Arbeit, der Weiterführung von Veröffentlichungen, derNeuknüpfung internationaler Verbindungen und der Schaffung von Publikations-möglichkeiten. So gründete er 1947 die Hamburger Beiträge zur Numismatik"und 1951 die Reihe der Numismatischen Studien. 1950 wurde Walter HävernickVorsitzender der von ihm vorgeschlagenen Numismatischen Kommission derLänder der Bundesrepublik Deutschland"; im gleichen Jahr begannen die Arbei-ten am Katalog der deutschen Münzfunde Mittelalter/ Neuzeit. An diesem gro-Ben Unternehmen hat Walter Hävernick auch nach seiner Emeritierung 1973noch bis in seine letzten Tage hinein mitgewirkt.

Der Volkskunde, die zu seinen Amtspflichten als Professor gehörte, hat WalterHävernick wesentliche Impulse gegeben. Sie werden in zahlreichen Veröffent-lichungen sichtbar, die er etwa von der Mitte der fünfziger Jahre an Fragen diesesFaches gewidmet hat. Vor allem durch die 1954 von ihm gegründeten Beiträgezur deutschen Volks- und Altertumskunde und die spätere Reihe, Volkskundli-che Studien ist die in Hamburg in seinen Jahren betriebene Volkskunde interna-tional bekannt geworden. Walter Hävernicks eigene Interessen galten dabei nichtnur Realien( Haus, Kleidung, Volkskunst usw.), sondern auch Themenfeldernwie Sitte, Verhalten, Großstadt usw., zu denen er teilweise auch ins Theoretischegehende vielbeachtete Beiträge geleistet hat.

Fischer- Appelt und Jensen, Hamburg

Zum 70. Geburtstag von Nikolaus Grass

Am 28. Juli 1983 begeht der Innsbrucker Ordinarius für Rechts-, Wirtschafts-und Sozialgeschichte Dr. iur., Dr. rer. pol., Dr. phil. und DDr. h. c. NikolausGrass seinen 70. Geburtstag. Der Verein für Volkskunde und die Freunde derVolkskunde haben allen Anlaß, sich in die Reihe der Gratulanten zu stellen; denndie Volkskunde verdankt Nikolaus Grass viel. Schon vor seiner Habilitation inInnsbruck 1946, wo er 1949 außerordentlicher und 1959 ordentlicher Professor ander Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät wurde, beschäftigte ihn dieVolkskunde, und er blieb ihr bis heute treu. In der Görresgesellschaft leitet erumsichtig und erfolgreich die Sektion für Volkskunde, begründete 1978 das Jahr-buch für Volkskunde, das er zusammen mit Wolfgang Brückner herausgibt.

Er ist aber seit 1964 auch Herausgeber der Forschungen zur Rechts- und Kul-turgeschichte und seit 1969 der Studien zur Rechts-, Wirtschafts- und Kulturge-schichte". In verschiedenen Bänden, die in diesen Reihen erschienen sind, kommtauch die Volkskunde zum Zug. Sie steht im Mittelpunkt mehrerer Sammelbände,die von Nikolaus Grass herausgegeben wurden; denken wir an Ostern in Tirol"( 1957), die Beiträge zur Kultur- und Kunstgeschichte Tirols"( 1962), die Bei-

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