Jahrgang 
86 (1983) / N.S. 37
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die Ergebnisse der 22. Niederösterreichischen Volkskundetagung auf dem Wegeeiner Publikation einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden könnten.Margot Schindler

Die Arbeitsgemeinschaft für Hausforschungin Österreich( AGHÖ)

Auf der ordentlichen Generalversammlung des Österreichischen Fachverbandesfür Volkskunde erfolgte im September 1981 in Salzburg die Gründung der Ar-beitsgemeinschaft für Hausforschung in Österreich". In ihr wollen sich jene Fach-vertreter, die sich speziell mit Siedlungs-, Haus- und Wohnforschung beschäfti-gen, zu einer engeren Kontaktnahme und Arbeitsgemeinschaft zusammenschlie-Ben. Ausgangsüberlegungen waren dafür folgende: Es gibt sowohl in der Schweizwie auch in der Bundesrepublik bereits seit den fünfziger Jahren derartige Ver-einigungen, von denen die fachkundlichen Fragen der Hausforschung und Bau-pflege in Stadt und Land wesentlich mitgetragen werden. Neuerdings hat sogarBayern dafür eine eigene Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen. In diesen spe-ziellen freien Arbeitsgemeinschaften finden sich sowohl Vertreter der volkskundli-chen Hausforschung als auch Baufachleute und namentlich Architekten zu ge-meinsamer Diskussion und Arbeit zusammen, wofür einerseits zentrale Büros alsKoordinatoren, andererseits jährliche Tagungen und Publikationen die Möglich-keiten schaffen. Die Schweizerische Aktion für Bauernhausforschung( Sitz Basel)hat auf diese Weise eine umfassende Bestandsaufnahme historischer ländlicherBauten durchgeführt und läßt die sehr repräsentative Reihe Schweizer Bauern-häuser erscheinen( bisher sieben Bände), ebenso eine Serie kleinerer Informa-tionsschriften, die auf einzelne Gebiete( Hauslandschaften) abgestimmt sind. Dielange Reihe der Tagungsberichte der( deutschen) AHF( Sitz Sobernheim) ist eineder maßgebenden Quellen für die Orientierung im ländlichen und städtischen Be-reich des Hausbaues und der Hausforschung unter sehr erheblicher internationa-ler Mitarbeit geworden und hat europaweit beispielgebend gewirkt( z. B. Verna-cular Architecture Group Mondon Architecture vernaculaire/ Paris).

Im Zeitalter einer tiefgreifenden Umstrukturierung sowohl in der Landwirt-schaft wie auch in der Bauwirtschaft kann es sich ein Land, das wie Österreich dieentscheidende Funktion als zentraleuropäischer Erholungsraum beansprucht,nicht leisten, daß allen Erkenntnissen der Raumplanung und Siedlungsforschung,wie der seit über hundert Jahren tätigen Bauernhausforschung zum Trotz in gera-dezu chaotischer Weise und ohne jede Berücksichtigung des gewachsenen haus-landschaftlichen Bildes weitergewirtschaftet wird und dabei deren Aussichten,Möglichkeiten und Erkenntnisse völlig unberücksichtigt bleiben.

Vor allem aber muß die Hausforschung selbst reorganisiert und weiter vorange-trieben werden. Gemessen an allen destruktiven, geradezu unheimlichen Ausgrif-fen der Zersiedelung und Landschaftszerstörung sind die dagegen bereits eingelei-teten Maßnahmen wie auch die vielseitig und zweifellos erfolgreich tätigen Ver-einigungen das muß einmal mit aller Deutlichkeit gesagt werden- hoffnungs-los in der Hinterhand. Gewiß, es gibt erfreulicherweise auch Beispiele des

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