Jahrgang 
86 (1983) / N.S. 37
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Der Nachmittag brachte eine längere Diskussion zu Terminologie- und Typolo-gieproblemen, einem häufigen Thema derartiger Treffen, da hier zwischen Nordund Süd, zwischen den einzelnen Regionen und zwischen den verschiedenen Teil-disziplinen immer noch beträchtliche Unterschiede bestehen. Nachdem derarttheoretisch und gleichzeitig anwendungsbezogene Themen kaum erfolgreich voneinem größeren Gremium durchdiskutiert werden können, konstituierte sich einezehnköpfige Arbeitsgruppe, die diese Fragestellungen in den nächsten Monatenweiter verfolgen wird. Auch bestimmte Technologiefragen sollen in diesem Kreisweiter erörtert werden, soweit sie nicht durch vorgegebene experimentelle Tatsa-chen ohnehin unstrittig sind und daher nur noch einer geeigneten Zusammenfas-sung bedürfen. Mögen nun manche dieser Fragestellungen nur einem bestimmtenSpezialistenkreis der Anwesenden wichtig erschienen sein, vor allem denjenigen,die schon umfangreichere Publikationserfahrung aufweisen und daher wissen, wiedurch eine geeignete Vereinheitlichung der Begriffe die Forschung erleichtertwird, so fand das letzte Schwerpunktthema wiederum die ungeteilte Aufmerksam-keit aller Teilnehmer: Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Wissenschaf-ten, die sich mit Keramik beschäftigen. Während noch vor wenigen Jahren sichbevorzugt einige Sachvolkskundler und engagierte Laien mit Keramik beschäftig-ten, wandte sich in der letzten Zeit auch das Interesse einer Reihe von naturwis-senschaftlichen Fächern( Mineralogie, Geologie, Chemie, Physik usw.) verstärktdiesem Werkstoff und seinen Ausformungen zu. Die so unterschiedlichen Ausbil-dungen und Neigungen dieser Fachwissenschaftler führten dazu, daß hier zumTeil noch sehr unterschiedliche Vorstellungen über die Möglichkeiten der Zusam-menarbeit dieser Disziplinen bestehen. Die ausführliche Diskussion zeigte, welchepraktischen Auswirkungen ausgewählte Kooperationen und zielgerichtete Frage-stellungen auf die Verbesserung der Untersuchungsergebnisse haben können.

Zusammenfassend ist festzustellen, daß dieses Treffen trotz der zweifellosmanchmal etwas abstrakten Thematik und der Kürze der Zeit- dafür dauerten

die Diskussionen in kleinen Gruppen am Abend um so länger die Lebensfähig-keit dieser von Paul Stieber gegründeten losen Vereinigung der interdisziplinärenKeramikforschung, eindeutig bewiesen hat und die konsequente Fortführung derArbeit gesichert erscheint.

Werner Endres

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Bericht

über die 22. Niederösterreichische Volkskundetagung

in Ottenstein

Am 16. und 17. Oktober 1982 fand in Ottenstein im Waldviertel die 22. Nieder-Österreichische Volkskundetagung unter dem Titel Volkskunde in Niederöster-reich Bio- und bibliographische Beispiele statt. Die Wahl dieses Themas er-wies sich als äußerst geglückt, da man bislang noch nie in einer öffentlichen Ver-anstaltung einen derartig umfassenden Überblick über wissenschaftliche undvolksbildnerische volkskundliche Tätigkeiten und Aktivitäten in Niederösterreichseit 1945 bekommen hatte.

Im Eröffnungsreferat sprach Dipl.- Ing. Michael Martischnig über den Erhe-bungsstand und die Editionsziele des Bio- und Bibliographischen Lexikons der

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