Bericht
vom 15. Internationalen Hafner- Symposium( 12. bis 14. November 1982)
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in Obernzell bei Passau
Die Ortswahl Obernzell war vor allem durch den Umstand begründet, daß,neben einem großzügigen Angebot der Marktgemeinde Obernzell, vielen derständigen Mitarbeiter der Hafner- Symposien das im Frühjahr 1982 neueröffneteKeramikmuseum im Schloß Obernzell Zweigmuseum des Bayerischen Natio-nalmuseums noch nicht bekannt war. Der Planer und Einrichter des Museums,der langjährige Organisator der Symposien, Ingolf Bauer, gab daher am erstenTag des Treffens einen gründlichen Überblick über die Entstehungsgeschichte undKonzeption des Museums, dessen Gründungspläne viele Jahre zurückliegen undgegen viele technische und finanzielle Schwierigkeiten zu einem erfolgreichen En-de geführt wurden. An diese Einführung schloß sich ein Gang der ca. 40 Teilneh-mer durch das neue Museum an. Die Zustimmung bei der Führung und denabendlichen Diskussionen zeigt, daß dieses neue Keramikmuseum bei den Sym-posiumsteilnehmern aus Deutschland, Österreich und Ungarn gut angekommenist. Wenn es auch nicht unbedingt zu einem Kongreßresümee gehört, so soll dochhier vom Berichterstatter vermerkt werden, daß ein Besuch in Obernzell nicht nurfür die Spezialisten der Keramikforschung, sondern für alle an der Sachkultur In-teressierte lohnend ist.
Im Gegensatz zu manchen früheren Treffen, die oft durch ihr breit gestreutesProgramm ein typisches Bild der aktuellen Keramikforschung wiederspiegelten,war 1982 die knappe Zeit eines Wochenendes nur für ganz wenige Diskussions-themen vorgesehen. So konzentrierte sich das Gespräch am Samstagvormittag( 13. November) nach einem Rückblick auf die vergangenen 15 Jahre vorwiegendauf die Möglichkeit der zukünftigen Entwicklung. Bedingt durch den Umstand,daẞ Ingolf Bauer aus verschiedenen Gründen nicht mehr im bisherigen Umfangdie Organisation der Treffen übernehmen kann, um die er sich seit Paul StiebersTod 1975 unermüdlich gekümmert hatte, und gekennzeichnet durch die Tatsache,daß das Deutsche Hafner- Archiv in den Besitz des Bayerischen Nationalmuseumsübergegangen ist( 1982), die bisherige„ De- facto- Personalunion: Leitung desDHA und der Symposien“ somit weitgehend entfällt, war die Frage nach der Artder Weiterführung der Treffen( Symposien) besonders dringlich. Wenn auch eineVereinsgründung sicher den einen oder anderen Vorteil aufweisen würde, sosprach sich doch die überwältigende Mehrheit der Anwesenden gegen eine derar-tige Institutionalisierung und für die bisherige, grundsätzlich offene Struktur aus.Als gewisse Neuerung ist zu betrachten, daß in Zukunft die Breite keramischerForschungsmöglichkeiten in einer Modifizierung des Namens zu erkennen ist: Der,, Arbeitskreis für Keramikforschung" veranstaltet jährlich wie bisher die„ Interna-tionalen Hafner- Symposien“, wobei auch zusätzliche, kleinere Treffen ins Augegefaßt wurden( siehe die Arbeitsgruppe„ Terminologie"). Das Treffen 1983, das16., findet wahrscheinlich im Rheinland statt. Für die Durchführung der Treffender nächsten beiden Jahre wurde Werner Endres, Regensburg, benannt. Weiter-hin plant man zur Verbesserung der Information, die naturgemäß bei einer so losestrukturierten Arbeitsgemeinschaft etwas erschwert ist, ein hektographiertes Mit-teilungsblatt, das Werner Endres zusammenstellen wird; es soll neben wichtigenTerminen auch keramische Neuerscheinungen berücksichtigen.
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