Schindler, Formen der Kommunikation am Beispiel historischer Räuberüberliefe-rungen; Roswita Orač- Stipperger, Volksbildung Massenmedien und Volks-kunde; Milana Černellić, Veränderungen bei Hochzeitsbräuchen in einem ungari-schen Dorf in der Batschka; Giselher Fladenhofer, Möbelkultur und Kommunika-tion; Ferenc Winkler, Ein eigenartiges Beispiel der Kommunikationshistorie Süd-west- Transdanubiens; Mária Imre, Tradition der„ Fachwerk"-Hausbaumethodenbei den Ungarn- Deutschen; László Timaffy, Die Rolle der Kommunikation in denungarischen, deutschen, kroatischen Variationen einer Volkssage auf dem Gebietder Kleinen Ungarischen Tiefebene; Elisabeth Kulmon, Kommunikation und Ar-beitsgemeinschaft in Oberpullendorf; László Lukács, Wandernde Gestalten inOst- Transdanubien.
Die angekündigten Beiträge von slowakischen Teilnehmern mußten leider ent-fallen, da die Vortragenden aus technischen Gründen nicht erschienen waren, undda auch Jugoslawien nur durch eine zahlenmäßig kleine, wenn auch gewichtigeDelegation aus Zagreb vertreten war, blieben die Sitzungen im wesentlichen einösterreichisch- ungarischer Dialog. Aber auch in der österreichischen Abordnungfehlten Fachkollegen, welche maßgeblich und von Beginn an an der Förderungdes Gedankens einer gemeinsamen Forschung in den Ländern, welche am panno-nischen Raum Anteil haben, beteiligt waren, was unter anderem auch von ungari-scher Seite auf das heftigste bedauert wurde.
Zur Entstehung und bisherigen Entwicklung dieser freien Arbeits- und For-schungsgemeinschaft seien hier einige Anmerkungen gemacht. Die EthnographiaPannonica wurde 1969 unter der Zielsetzung, internationale und interdisziplinärewissenschaftliche Kontakte im pannonischen Raum zu ermöglichen und zu pfle-gen, gegründet. Die Hauptaufgaben wurden in einer vergleichenden Erforschungder Volkskultur der Länder gesehen, welche am pannonischen Raum Anteil ha-ben, nämlich Österreich, Ungarn, Tschechoslowakei und Jugoslawien. Die natio-nalen Minderheiten sollen eine Brücke schlagen zwischen den Ländern, in denensie leben, und denen, aus welchen sie stammen. Dem pannonischen Raum liegteine gemeinsame Kultur zugrunde, welche ungeachtet von Staatsgrenzen ein ver-bindendes Element darstellt. Auf der Ebene einer solchen Gesellschaft, wie dieEthnographia Pannonica gedacht war, könnte ein wichtiger und befruchtenderwissenschaftlicher Austausch zwischen Nachbarländern stattfinden.
Das 1. Internationale Symposium„ Ethnographia Pannonica“ fand 1971 inBernstein im Burgenland statt. Das zweite folgte 1972 in Zalaegerszeg in Ungarn,wobei Fragen der dorfmonographischen Forschung zur Diskussion standen. 1976traf man sich abermals in Zalaegerszeg, diesmal waren Probleme der kulturellenGrenzen das Rahmenthema. Die vierte derartige Tagung wurde 1978 in Bernsteinim Burgenland unter dem Titel„ Minderheiten und Regionalkultur" abgehalten.Die fünfte Ethnographia- Pannonica- Veranstaltung hielt man in Vinkovci/ Kroatienab. Diesmal hieß das Thema„ Die Rolle der Frau in der traditionellen Kultur despannonischen Raumes“. Als sechstes Treffen ist das hier zu besprechende Sympo-sium in Tata zu sehen, und in der Schlußresolution von Tata wurde bereits einesiebente Tagung für das Jahr 1984, diesmal wieder in Österreich, unter demThema„ Die Rolle der zentralen Orte in der Landschaftskultur“, angekündigt.
In Österreich konstituierte sich 1975 ein Verein unter dem Namen„ Ethnogra-phia Pannonica Austriaca Gesellschaft für pannonische Forschung" mit dem
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