ständigen Schausammlung„ Volkskunde Ost- und Südosteuropas" am 10. Mai1974 konnten zusätzlich 30 Sonderausstellungen einem stets wachsenden interes-sierten Besucherkreis gezeigt werden. Rund 200.000 Besucher, die in 800 Grup-penführungen besondere Betreuung gefunden haben, sind bisher nach Kittsee ge-kommen. Als wohl einziges Museum Österreichs hält das Ethnographische Mu-seum Schloß Kittsee an den 365 Tagen des Jahres seine Pforten für die Besucheroffen. Ein Mitarbeiterstab aus 6 Beamten und Angestellten sorgt auf der Grund-lage weitgehender Selbstverwaltung für den ordentlichen und, das soll hervorge-hoben werden, sehr sparsamen Museumsbetrieb mit seinen vielfältigen techni-schen, verwaltungsmäßigen und wissenschaftlichen Anforderungen. Längst fülltdas Ethnographische Museum Schloß Kittsee auch die ihm seit der Gründung zu-gedachte Rolle eines regionalen Mittelpunktes für vielfältige kulturelle Manifes-tationen aus: Es darf hier vor allem auf die sehr erfolgreichen Konzertzyklen desPannonischen Forums" verwiesen werden, auf die Durchführung von Vorträgen,wissenschaftlichen Studientagen und internationalen volkskundlichen Symposien.Neben der Herausgabe der vielen Kataloge des Museums, die von seiner regenwissenschaftlichen Arbeit Zeugnis ablegen, konnte anläßlich des zehnjährigen Be-stehens des Vereins nunmehr auch eine eigene Schriftenreihe des Ethnographi-schen Museums Schloß Kittsee gegründet werden. Das erste Heft dieser Reihewurde bereits von Herrn Direktor Beitl präsentiert. Weitere Bände sollen in Zu-kunft verstärkt von der fachwissenschaftlichen Arbeit des Museums Zeugnis able-gen. Das Ethnographische Museum Schloß Kittsee ist auf diesem Weg in die Rol-le einer Stätte internationaler Begegnung und des Kulturaustausches mit denStaaten Ost- und Südosteuropas hineingewachsen. Im Rahmen der bestehendenstaatlichen bilateralen Kulturabkommen und auf der Ebene der institutionellenund kollegialen Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Volkskundemuseenkonnten zahlreiche Ausstellungen erfolgreich präsentiert werden. Erinnert sei andie Sonderausstellungen„, Ukrainische Volkskunst"( 1976),„ Weißrussische Volks-kunst"( 1977),„ Lettische Volkskunst“( 1978),„ Bulgarische Volkskunst“( 1980),„ Ungarische Dorfarchitektur"( 1981),„ ,, Volkskunst des Slowenischen Alpenlan-des"( 1981) und zuletzt in diesem Jahr„ Die ungarische Bauernküche“( 1982).Jüngstes Glied in dieser Kette erfolgreicher zwischenstaatlicher kultureller undwissenschaftlicher Kooperation ist die von der Volksrepublik Ungarn übergebene,mit reich bemalten Möbeln, Textilien und verschiedenem Wandschmuck vollstän-dig ausgestattete Bauernstube aus dem deutschsprachigen ungarischen Dorf Har-ta. Sie gehört ab nun zur ständigen Schausammlung des Ethnographischen Mu-seums. Mit diesem vorzüglichen Möbel- und Wohnensemble wird eine Lücke inder Vergleichssammlung des Österreichischen Museums für Volkskunde/ Ethno-graphisches Museum Schloß Kittsee geschlossen.
Wie wir von Herrn Direktor Beitl bereits gehört haben, wurde beim Aufbauder Sammlungen des Österreichischen Museums für Volkskunde das damaligeKönigreich Ungarn auf Grund einer seinerzeit geltenden staatspolitischen Über-einkunft von der Sammeltätigkeit ausgenommen. Dieser Teil der alten öster-reichischen Doppelmonarchie ist daher bis zum heutigen Tag in Österreich volks-kundlich kaum dokumentiert. Im Jubiläumsjahr 1982 konnte durch einen Tausch-vertrag zwischen dem Österreichischen Museum für Volkskunde/ Ethnographi-sches Museum Schloß Kittsee und dem Ethnographischen Museum in Budapestmit einer Schließung dieser historisch bedingten Lücke begonnen werden.
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