Jahrgang 
86 (1983) / N.S. 37
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Mundartkunde und volkstümliche

Heraldik

Von Emil Schneeweis( mit 1 Abbildung)

In memoriam Eberhard Kranzmayer

Wer immer das Glück hatte, an den Vorlesungen und Übun-gen unseres verehrten Lehrers in Mundart- und Ortsnamenkundeteilnehmen zu können, war gar bald fasziniert sowohl von derPersönlichkeit dieses wahrhaft akademischen Lehrers als auchvon seinem umfassenden Wissen und von der Fähigkeit, diesesdarzubieten. Für den angehenden Volkskundler war das Arbei-ten an und mit einem der wesentlichen Traditionsgüter innerhalbder conditio humana im allgemeinen und im Rahmen des Le-bens in überlieferten Ordnungen im besonderen, nämlich an un-serer Sprache mit all ihrer Vielfalt und ihrem Reichtum, ohneZweifel ein unschätzbarer Gewinn in mehrfacher Hinsicht: außerdem Zuwachs an fachlichem Wissen befähigte er uns in einemZeitalter der um sich greifenden Sprachverwilderung zu einemfundierten Standpunkt- und er bewies uns, wie weit die Volks-kunde auszugreifen imstande und berufen ist, ohne den legitimenBoden unter den Füßen zu verlieren und in Gebiete abzuirren,die nicht einmal bei Nachsicht aller Taxen als Hilfs- oder garSchwesterdisziplinen ästimiert werden können.

Ein sehr beliebtes Beispiel waren für Kranzmayer die mundart-lichen und etymologischen Bezüge der verschiedenen Ausdrückefür die Maulwurfsgrille oder Werre. Die sprachlichen Wurzelnund Querverbindungen des letzteren Ausdrückes sind sehr kom-pliziert und sollen hier keinesfalls in extenso wiederholt werden;jedoch gibt schon ein Überblick über die wichtigste Literatureinen Anhaltspunkt dafür, warum unser Lehrer Kranzmayer sich

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