Jahrgang 
86 (1983) / N.S. 37
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und ihre Kleriker( Theologiestudenten) das Bahnenkegeln tätig-ten. Ob auch früher schon die Kapuziner hier das Schmaraggel-spiel übten, ist nicht belegbar. Die wenigen ebenen Flächen derOst- und Westseite des Klosters scheinen aber auf Bildern um1830 schon als Gartenanlagen auf, die sicherlich nicht diesemSpiele dienen konnten.

Durch den Spielbetrieb mit den Freunden und Gönnern desKlosters mag wohl auch die Ordnung gelitten haben, so daß nachdem Anschluß des Klosters an die Tiroler Provinz dieses häufigeSpielen mit der wiedergewonnenen strengeren Ordenszucht nichtmehr vereinbar war. Das Schmaraggelspiel muß aber so beliebtgewesen sein, daß die weltlichen Spieler außerhalb des Klostersam Kapuzinerberg den Spielbetrieb weiterführten. Der Platz vorund hinter den Deichen östlich vom Torwärterhäuschen amKapuzinerberg heißt heute noch Schmaraggelplatz.³) Der geradeWeg links vor den Deichen( heute eine breite asphaltierte Stra-Be) muß sich geradezu als Schmaraggelplatz angeboten haben.Aus dem Spielbetrieb ging auch die Gründung der Schmaraggel-Gesellschaft hervor.4) Weder im Stadtarchiv noch im Landes-archiv und auch nicht im Museum Carolino Augusteum sind bisjetzt Urkunden über diese Gesellschaft auffindbar, obwohl eineMenge Akten über das Vereinsleben vorhanden sind.

Am Schmaraggelplatz ist auch eine alte Zisterne, deren Benut-zung mit der Kübelwinde erst in jüngster Zeit eingestellt wur-de. Da konnten sich die im Kampfe erhitzten Schmaraggler amfrischen Trunk aus der Tiefe laben. Der obere Teil des Schma-raggelplatzes ist jetzt jungwaldbestanden und durch eine neuereStraßengabelung und ein künstliches Wassergerinne zerschnitten.Der südöstliche obere Deich verdankt seine Entstehung einemBombenabwurf im Zweiten Weltkrieg. Ob die Schmaragglerauch aus der dort befindlichen und gefaßten Kapuzinerquelleihren Durst löschten, ist nicht verbucht. Wo die in der Zeitungberichtete gemütliche Abendunterhaltung stattfand, ist ebenfallsnicht berichtet. Es mag sein, daß die Spieler an Ort und Stelleihre mitgebrachten Speisen und Getränke zu sich genommenhaben.

2. Zur Geschichte des Schmaraggelspieles mit Wort- und

Begriffserklärungen

Die wohl früheste Nennung des Schmaraggelspieles findet sichin Herbersteins Selbstbiographie( um 1500).5) In den Beleg-

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