rofen an den Blockbau angelehnt sind( Abb. 135) und mit einem Ferseneinschnittauf eigenen, senkrechten Sützsteinen aufsitzen( Abb. 77). Auch dieses Gefügescheint in der Tat sehr altartig zu sein und erinnert mich an die archäologischenDachbalkenfunde aus dem Frühmittelalter von Sv. Donat in Zadar( Dalmatien). Eskönnte zugleich die Vermutung bestärken, daß die ähnlich gelagerten Fußgefüge derostalpinen sogenannten„, Schersparrendächer" trotz aller baustatischen Bedenklich-
keit eben doch von älterer Herkunft sind.
Wir haben hier nur etliches flüchtig und kurz angedeutet. Aber auch das sprichtdafür, daß Tone Cevc mit diesem Buch und durch seine sorgfältige Dokumentationzu einem bisher eher vernachlässigten Bauwesen jedenfalls einen gewichtigen Bei-trag für die Hausbauforschung allgemein liefert, für den ihm diese sicherlich zu blei-bendem Dank verpflichtet sein wird.Oskar Moser
Hermann Baltl, Paul Adler. Ein Leben für den bäuerlichen Fort-schritt. Graz, Leykam, 1984. 113 Seiten.
-
Immer wieder begegnen in der schon reichen Forschung zu Leben und Wirken desErzherzogs Johann von Österreich( 1782-1859) ¹), welche sich vielfach auf dienoch lange nicht voll erfaßten und veröffentlichten- Briefe dieses fortschrittgläu-bigsten, unermüdlich für die Alpenländer, zumal für die Steiermark, wirkendenHabsburgers stützen, der sich trotz konservativer Grundeinstellung und feudalbür-gerlicher Mentalität und Lebenseinstellung, gerade mit dem unsäglich verarmten,zurückgebliebenen Landvolk innig verbunden fühlte, Nachrichten über den ober-steirischen Bauern Paul Adler. Dieser durfte einer der wirklich allzeit getreuen Weg-begleiter und allem Fortschritt aufgeschlossenen Freunde des Erzherzogs werden.Ausdrücklich hatte Erzherzog Johann diesen Paul Adler als einen„, seltenen Men-schen" schon bei der ersten Begegnung( 25. 8. 1810) empfunden, da er landwirt-schaftliche Bücher las, mustergültig Wirtschaft und Buch führte und nachmals sosehr auf das Grundanliegen des Erzherzogs eingegangen war, nämlich philantro-pisch- progressiv die Zustände zu erkennen, aufklärerisch„ soziale" Maßnahmendurchführen zu helfen sowohl im eigenen Umkreis als auch im nachbarlich- gemein-debezogenen und im weiteren Umkreis der mühsam genug neugegründeten„, Land-wirtschaftsgesellschaften“, die seit 1764 unter dem Namen„ Agricultur- Societet" be-
standen.
Nun hat Hermann Baltl, Paul Adlers Ururenkel und selbst hochangesehener Ge-lehrter, Rechtshistoriker an der Universität Graz²), seinem Ahnherrn ein ebenso hi-storisch getreues wie menschlich ergreifendes, unsere Volkskunde bereicherndesDenkmal in Form vorliegender Biographie gesetzt. In ihr spiegelt sich ein Gutteilnicht nur steirischer Landwirtschaftsgeschichte zwischen theresianisch- josephini-scher Aufklärung und dem Umbruch auch bäuerlichen Lebens ab 1848 wider. PaulAdler( 1770-1843), Bauer zu Mühlreit bei Aussee, hatte bereits 1807 die vom Kaiserfür erfolgreichen Kartoffelanbau als Prämie ausgesetzten 50 fl. erhalten. Das wurdenun zum Anknüpfungspunkt und Besuchsgrund für Erzherzog Johann. Es geht demVerfasser nicht um eine chronologisch lückenlose, auch quellenmäßig nicht voll dar-stellbare Biographie der Lebens- und Vermögensumstände dieses Paul Adler.Wesentlich erscheint für unsere Rückschau das Bild eines wirtschaftsgeschichtlichund sozial bestimmten Zeit- und Wirkungsumfelds, das zu einem wesentlichen Teilenoch vor dem spät genug erkennbaren Erfolg der Reformen, Neueinfüh-
-
www
361